Auftrag unklar : Russisches U-Boot „Vladikavkaz“ in der Ostsee

Ein U-Boot taucht auf. /Symbolbild

Ein U-Boot taucht auf. /Symbolbild

Am Sonntag lief das Boot in den Fehmarnbelt ein. Erst im Juni ankerte ein russisches Aufklärungsschiff vor Kiel.

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03. Juli 2018, 13:28 Uhr

Moskau/Kiel | Was macht ein U-Boot der russischen Marine in der Ostsee vor Schleswig-Holstein? Am Sonntagabend schob sich die 70 Meter lange „Vladikavkaz“ in den Fehmarnbelt – begleitet von einem russischen Schlepper sowie einem Patrouillenboot der dänischen Marine. Wie die Kieler Nachrichten berichten, sind Auftrag und Ziel des aus Murmansk stammenden Bootes unbekannt.

Die russische Marine zeigte zuletzt verstärkt Präsenz auf der Ostsee. So schwamm im Juli 2017 das russische Atom-U-Boot „Dmitriy Donskoy“, ein Koloss von 172 Metern Länge, für mehrere Wochen durch die Ostsee, im Juni machte der russische Aufklärer „Syzran“ Halt vor Kiel, wo unter anderem der Funkverkehr abgehört wurde. Das Abhörschiff stand bis zu seiner Heimkehr nach Russland Ende Juni unter der Beobachtung der Bundespolizei.

Doch warum das Ganze? Nach Meinung von Experten will Moskau mit den Einsätzen auf der Ostsee Stärke zeigen. „Es ist offensichtlich, dass derartige maritime Aktivitäten aus russischer Sicht geeignet sind, mit überschaubaren Mitteln Eindruck zu machen“, zitieren die Kieler Nachrichten Sebastian Bruns, Leiter der Abteilung Maritime Strategie und Sicherheit beim Institut für Sicherheitspolitik an der Uni Kiel. Demnach sei auch künftig damit zu rechnen, dass die russische Marine vermehrt Schiffe auf der Ostsee einsetzt.

Dabei sei jedoch zu beachten, dass die russische Marine erst in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen habe. „Sie kommt aus einem Tal – und da fällt die Steigerung eher auf, als wenn man eine hohe Einsatzbereitschaft hat wie beispielsweise die USA oder China“, bewertet Bruns die Vorkommnisse.

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