Feinstaub : Rußfilterpflicht für Kaminöfen?

Kamin im Hotel-Foyer: Besitzer solcher Anlagen müssen möglicherweise einen Filter einbauen und dafür tief in die Tasche greifen. Foto: dpa
Kamin im Hotel-Foyer: Besitzer solcher Anlagen müssen möglicherweise einen Filter einbauen und dafür tief in die Tasche greifen. Foto: dpa

Kaminöfen belasten die Umwelt. Deshalb will der Bund ihre Besitzer zum Einbau von Rußfiltern verpflichten. Das Umweltministerium in Kiel begrüßt das Vorhaben.

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27. November 2007, 09:34 Uhr

"Kaminöfen sind Dreckschleudern. Sie erleben derzeit aber einen Boom, weil sie in Baumärkten recht günstig angeboten werden. Da muss man ran.", sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums. Er bestätigte damit einen Bericht der Lübecker Nachrichten.
Mit der nun geplanten Regelung würden neue Grenzwerte für bestehende und für neue Heizungsanlagen eingeführt, sagte der Michael Schroeren vom Umweltministerium am Montag. Dazu müssten Anlagen möglicherweise mit einem Filter nachgerüstet werden. "Halten die Anlagen den Grenzwert nicht ein, unterliegen sie einem langfristigen Austauschprogramm." Nicht betroffen sind sogenannte Holzpellet-Öfen, private Kochherde, eingemauerte Kachelöfen, offene Kamine und historische Öfen aus der Zeit vor 1950. Das Kabinett könnte im Januar über die dazu erforderliche Änderung der Bundesimmissionsschutzverordnung entscheiden.
Das schleswig-holsteinische Umweltministerium begrüßt das Vorhaben des Bundes. Insbesondere werde die Novelle auch Kommunen und Städte helfen, die gesetzlichen Vorgaben zur maximalen Feinstaubbelastung einzuhalten, sagte Ministeriumssprecher Christian Seyfert shz.de auf Anfrage. Das entspreche insbesondere auch den Forderungen des Deutschen Städtetages.
Filter soll knapp 1200 Euro kosten

Bundesweit gibt es nach Angaben des Bundesministeriums mehr als 15 Millionen mit Holz befeuerte Öfen und Heizungsanlagen. Im Jahr 2005 produzierten diese Anlagen knapp 24 000 Tonnen Rauchstaub.
Die Lübecker Nachrichten gaben die Kosten der Nachrüstung mit rund 1200 Euro an. Das Ministerium traf dazu keine Aussage, wies aber darauf hin, dass neue Kaminöfen, die den künftigen Schadstoff-Grenzwerten entsprechen, zwischen 500 und 700 Euro kosteten.
Allerdings sind lange Übergangsfristen vorgesehen. Die Besitzer haben - je nach Alter ihres Ofens - bis 2014 oder sogar bis 2024 Zeit, beim Schornsteinfeger nachzuweisen, dass ihre Anlagen die neuen Schadstoffgrenzen einhalten. Danach müssen die Öfen stillgelegt oder durch einen neuen, den Richtlinien entsprechenden Ofen ersetzt werden.

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