Weniger Ausgleichsflächen : Rumpf will Agrarland verschonen

Landwirtschaftsministerin Dr. Juliane Rumpf.
Landwirtschaftsministerin Dr. Juliane Rumpf.

Wenn Straßen oder Stromleitungen gebaut werden, fordert der Naturschutz einen Ausgleich. Dafür sollen aber nicht mehr so viele Agrarflächen geopfert werden.

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30. März 2011, 08:35 Uhr

Kiel | Jeden Tag werden in Schleswig-Holstein fünf Hektar Boden für den Siedlungs- und Verkehrsbau verbraucht - jetzt will das Land für einen besseren Natur-Ausgleich sorgen. Dies teilte Umweltministerin Juliane Rumpf (CDU) am Dienstag in Kiel mit. Zudem sollen beim Bau von Straßen und Stromleitungen zum Ausgleich für den Naturverbrauch nicht mehr so viele Agrarflächen aufgegeben werden. Im landwirtschaftlich geprägten Norden führt dies oft zu Problemen, weil die Landwirte Flächen sowohl für die Bauvorhaben selbst als auch für den notwendigen Ausgleich verlieren. Ein neuer Erlass lege nun fest, dass in der Regel nicht mehr Fläche für den Ausgleich nötig sein soll als für den Eingriff. Außerdem können nach dem Motto "Qualität vor Quantität" Artenschutzmaßnahmen die Flächengröße des Ausgleichs verringern.
So könnten etwa Flächen im europäischen Schutzgebietsnetz "Natura 2000" aufgewertet werden, indem vermoorte Senken wieder unter Wasser gesetzt oder Heideflächen erneut angelegt werden. Weiter könnten gezielte Artenschutzmaßnahmen künftig die Flächengröße des Ausgleichs vermindern.
Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche sei In Schleswig-Holstein zwischen 1992 und 2009 von 10,5 Prozent auf 12,5 Prozent gestiegen. Allein zwischen 2000 und 2009 habe die Flächenversiegelung um rund 9400 Hektar zugenommen. Ziel sei es, den Flächenverbrauch in Schleswig-Holstein bis 2020 auf rund 1,3 Hektar pro Tag zu senken, sagte Rumpf.

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