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Vattenfall-Atomkraftwerk : Rückbau des AKW Krümmel: So geht es weiter

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Stahl, Beton und Atommüll - beim Rückbau eines Kernkraftwerkes sind Hunderttausende Tonnen Material abzubauen.

Geesthacht | Der Rückbauantrag für das Kernkraftwerk Krümmel bei Geesthacht ist gestellt. Bis der Meiler verschwunden ist, können 20 Jahre ins Land gehen. Vier Schritte bis zur grünen Wiese:

1. Genehmigung
Der erste Schritt zum Rückbau: Nach dem Antrag muss die zuständige Behörde - in diesem Fall das Energieministerium Schleswig-Holstein - die Genehmigung erteilen. Dieser Prozess dauert in der Regel mehrere Jahre. Der zuständige Minister Robert Habeck (Grüne) rechnet damit, dass Ende 2018 die Genehmigung erteilt werden kann; in der Zwischenzeit müssen auch die Brennelemente in Zwischenlager gebracht werden.

2. Abbauen
Anschließend folgt der Abriss, Vattenfall geht 2019 als Starttermin aus. Zunächst werden die Anlagebereiche abgebaut, die für den Restbetrieb nicht mehr benötigt werden.

3. Freiräumen
Im nächsten Schritt werden alle Gebäude freigeräumt und alle kontaminierten Teile entfernt. Im Allgemeinen sind dies nach Angaben der schleswig-holsteinischen Atomaufsicht etwa 1,5 bis 3 Prozent der gesamten Abrissmasse. Bei der Enstorgung will das Kieler Umweltministerium die Betreibergesellschaft und die öffentlich-rechtliche und private Entsorgungswirtschaft unterstützen. Momentan gibt es vor Ort ein Zwischenlager für Brennelemente. Sobald ein Endlager für diese wärmeentwickelnden Abfälle zur Verfügung steht, werden die Brennelemente dorthin gebracht. Für die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung gibt es laut Ministerium vor Ort zuzeit keine ausreichenden Kapazitäte zur Zwischenlagerung. Wo der Abfall gelagert wird, muss im Genehmigungsverfahren geklärt werden. Anschließend kann die Anlage aus der atomrechtlichen Überwachung gelassen werden. Die Entlassung aus dem Atomgesetz wird von Vattenfall für den Anfang der 30er Jahre angestrebt.

4. Abriss

Zuletzt ist der konventionelle Abriss der Gebäude geplant.

Auf der Webseite des Umweltministeriums Schleswig-Holstein sind Fragen und Antworten zum Rückbau zusammengestellt.

Mit dem Rückbau kerntechnischer Anlagen gibt es bereits Erfahrungen in Deutschland. Einige wurden bereits vollständig abgebaut, etwa in Niederaichbach und Großwelzheim (beide Bayern). An mehreren anderen Standorten hat er begonnen. Aus diesen Projekten konnten Erfahrungen gesammelt und Abbautechniken erprobt und optimiert werden. Welche Verfahren beim Kraftwerk Krümmel zum Einsatz kommen können, wird im Genehmigungsprozess und im nachfolgenden atomrechtlichen Aufsichtsverfahren geprüft.
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erstellt am 25.Aug.2015 | 17:17 Uhr

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