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Bundesregierung : Rostige Atommüllfässer in Brunsbüttel „Einzelfehler"

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102 Fässer rosten in Brunsbüttel, 1700 in Karlsruhe. Die Bundesregierung sagt: Die meisten Atommüllbehälter sind in gutem Zustand.

Berlin | In  Brunsbüttel, Biblis und anderswo rosten Atommüllfässer - doch laut Bundesregierung gibt es keine Hinweise auf systematische Fehler bei der Behandlung und Verpackung von bislang rund 85.000 Gebinden oder Fässern mit radioaktiven Abfällen. Dies hätten Prüfungen der zuständigen atomrechtlichen Aufsichtsbehörden der Länder ergeben, schreibt die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion. Es handele sich um Einzelfehler. „Der überwiegende Teil der Gebinde mit radioaktiven Abfällen befindet sich in einem guten Zustand“, heißt es in dem Dokument.

Anlass für die Anfrage war ein Vorfall im März 2012, als am AKW Brunsbüttel ein korrosionsgeschädigtes Fass entleert werden sollte - und dabei zerstört wurde. Kurz nach dem ersten Fund in Brunsbüttel wurde auch der Fund eines rostigen Atommüllfasses in Neckarwestheim gemeldet.

Das war erst der Anfang - inzwischen wurden viel mehr Fälle bekannt. Allein in Brunsbüttel sind bis Oktober 102 marode Atommüllfässer aufgetaucht. Im größten oberirdischen Zwischenlager in Karlsruhe fanden Prüfer bei Kontrollen mehr als 1700 beschädigte Fässer mit radioaktivem Müll. Und nach einer Umfrage des NDR unter den Aufsichtsbehörden aller 16 Bundesländer befinden sich an mindestens 17 Standorten leicht oder schwer beschädigte Fässer mit Atommüll.

Die Bundesregierung berichtet jetzt unter anderem, dass im Zwischenlager Leese in Niedersachsen bei einer Inspektion ein 200-Liter-Fass mit auffälligen Korrosionsspuren identifiziert wurde. Der Fall solle untersucht werden, um daraus Rückschlüsse für weitere eventuell betroffene Fässer zu ziehen. Das Fass gehöre zu einer Charge von 1.485 Altabfallfässern aus der ehemaligen Landessammelstelle Steyerberg. Im Rahmen der regelmäßigen Inspektionen seien noch an weiteren Fässern Korrosionserscheinungen festgestellt worden. Die damals verwendeten 200-Liter-Fässer stünden zum Teil schon seit mehr als 30 Jahren in einem Zwischenlager.

Die Bundesregierung berichtet in ihrer Antwort auch über Feuchtstellen auf dem Hallenboden des Abfalllagers Gorleben und Farbabplatzungen an Gussbehältern.

„Die Rostfassproblematik macht auch auf ein grundsätzliches Problem in Deutschland aufmerksam: Es gibt keinen umfassenden offiziellen Überblick über den gesamten deutschen Atommüllbestand“, schreiben die Grünen in der Kleinen Anfrage. Die Bundesregierung verweist hierzu auf das Verzeichnis radioaktiver Abfälle.

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erstellt am 25.Nov.2014 | 17:39 Uhr

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