Forderung nach Verschärfung der Gesetze : Robert Habeck startet Bundesrats-Initiative gegen Plastikmüll

Der Plastikskandal in der Schlei sorgte bundesweit für Aufsehen.

Der Plastikskandal in der Schlei sorgte bundesweit für Aufsehen.

Schleswig-Holstein will einen Entschließungsantrag in den Bundesrat einbringen. Auslöser ist der Umweltskandal in der Schlei.

shz.de von
05. Juli 2018, 07:21 Uhr

Kiel | Nach dem Umweltskandal um Plastikteilchen in der Schlei startet Schleswig-Holstein eine Initiative gegen das Schreddern von Lebensmitteln samt Verpackung zur Kompostierung. „Im Endeffekt führt diese Praxis zum Austrag von Kunststoffteilchen auf landwirtschaftliche Flächen“, sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne). „Für die Zukunft muss das unterbunden werden.“ Habeck will dazu am Freitag im Bundesrat einen Entschließungsantrag einbringen.

Der Norden verlangt vom Bund wirksame Maßnahmen zur Reduzierung von Plastikmüll. Mitte Juni hatte sich der Landtag einstimmig für striktere Regeln ausgesprochen. „Die Höhe des zulässigen Fremdstoffanteils nach Bioabfallverordnung und nach Düngemittelverordnung ist kritisch zu hinterfragen und auf das technisch notwendige abzusenken“, sagte Habeck. Aktuell darf Kompost oder Gärrest 0,1 Gewichtsprozent an verformbaren Kunststoffen größer zwei Millimeter enthalten.

Hintergrund ist der Umweltskandal in der Schlei: Dort waren über eine Kläranlage Millionen Plastikteilchen ins Wasser gelangt. Laut Umweltministerium handelt es sich zwar um einen Einzelfall. Dieser machte aber auf ein Problem aufmerksam. Derzeit ist nicht eindeutig untersagt, abgelaufene Lebensmittel gemeinsam mit der Verpackung zu zerkleinern, mit Speiseabfällen zu vermischen und zu vergären, um sie auf die Äckern auszubringen. „Wir finden doch überall in unseren Gewässern mehr oder minder abgebaute Reste von Verpackungen und auch in der Landschaft fallen Kunststoffabfälle mehr und mehr ins Auge“, sagte Habeck. Deutschland müsse den Kampf gegen Plastikmüll ernsthafter führen.

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