Grüne Woche : Robert Habeck hat es satt

Am Vormittag zog Robert Habeck (4. v. l.) mit Parteikollegen durch Berlin und demonstrierte gegen Massentierhaltung.
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Am Vormittag zog Robert Habeck (4. v. l.) mit Parteikollegen durch Berlin und demonstrierte gegen Massentierhaltung.

Erst Demo, dann Hallenrundgang: Robert Habeck sorgt auf der Messe in Berlin für Unverständnis – und kündigt Veränderungen an.

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19. Januar 2014, 11:31 Uhr

Berlin | Viele Schritte hat Robert Habeck am Samstag in Berlin zurückgelegt. Denn bevor Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister die eigene Halle auf der Grünen Woche besuchte, zog er am Vormittag demonstrierend durch die Hauptstadt vom Potsdamer Platz zum Kanzleramt. Unter dem Motto „Wir haben es satt“ sind knapp 30.000 Menschen unterschiedlicher Organisationen aus ganz Deutschland gegen Massentierhaltung auf die Straße gegangen.

Dass Habeck gemeinsam mit anderen Grünen-Politikern an der Demo teilgenommen hat, stößt auf Kritik – zum Beispiel vom Bauernverband. „Unsere Mitglieder können das nicht verstehen. Herr Habeck ist als Minister in Berlin und nicht als Privatperson“, sagt Landesbauernpräsident Werner Schwarz. Habeck sieht in seiner Teilnahme kein Problem. „Ich weiß wohl, dass das für einige Landwirte eine Provokation ist. Doch das sollte es nicht sein.“ Die Landwirtschaft befinde sich momentan in einem Spannungsfeld. „Die Demo weist darauf hin, dass wir alle überprüfen müssen, zu welchen Bedingungen wir was produzieren.“ Es könne auch als Minister nicht falsch sein, diese Frage zu stellen, sagt Habeck.

Auf seinem Rundgang durch die Halle 22a war die Demo schon wieder zur Nebensache geworden. Denn Habeck hatte bereits Freitagabend angekündigt, den Messeauftritt des Landes verändern zu wollen. Die Image-Kampagne „Der echte Norden“ soll in der Halle umgesetzt werden. In welcher Form, soll nach dem Ende der Messe überlegt werden. Habeck: „Es gibt zwei Bewegungen, die man in diese Lebensmittelmesse integrieren muss: das eine ist die politische Debatte um Landwirtschaft und das Drumherum und dann ist da auch der Tourismus-Aspekt.“ 225.000 Euro gibt das Land dieses Jahr für den Messeauftritt aus. Es soll eine kluge Investition für das Land sein, nicht für einzelne Unternehmen, sagt Habeck. „Deswegen müssen wir prüfen: Ist das Bild, das wir gegenwärtig von Schleswig-Holstein zeichnen, das richtige oder gibt es ein klügeres?“

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