Landesparteitag der Nord-Grünen : Rasmus Andresen und Anna Leidreiter gehen ins Kandidatenrennen zur EU-Wahl

Die Grünen-Kandidaten zur Europa-Wahl: Rasmus Andresen (2.v.l.) und Anna Leidreiter (2.v.r.), eingerahmt vom Landesvorsitzenden Steffen Regis (l.) und  der Co-Landesvorsitzenden Anna Tranziska.

Die Grünen-Kandidaten zur Europa-Wahl: Rasmus Andresen (2.v.l.) und Anna Leidreiter (2.v.r.), eingerahmt vom Landesvorsitzenden Steffen Regis (l.) und  der Co-Landesvorsitzenden Anna Tranziska.

Der Vorstand hofft, dass mindestens ein Schleswig-Holsteiner auf einen aussichtsreichen Listenplatz gewählt wird.

shz.de von
23. September 2018, 15:54 Uhr

Harrislee | Die Grünen in Schleswig-Holstein schicken Landtagsvizepräsident Rasmus Andresen und Anna Leidreiter von der Stiftung World Future Council ins Kandidatenrennen zur EU-Wahl im Mai nächstes Jahr. Insgesamt waren auf dem Landesparteitag am Sonntag in Harrislee zwei Voten zu vergeben, auf die sich zwei Frauen und drei Männer beworben haben. Der Vorstand hofft, dass auf der Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen im November mindestens ein Schleswig-Holsteiner auf einen aussichtsreichen Listenplatz für die Europa-Wahl gewählt wird.

Leidreiter setzte sich mit 93 zu 13 Stimmen gegen Resy de Ruijsscher durch, die auf dem Parteitag spontan ihre Bewerbung einreichte. Die 32-jährige Leidreiter aus dem Kreisverband Segeberg nennt die Energiewende ihr „Herzensthema“. Sie tritt unter anderem für einen europäischen Kohle- und Atomausstieg ein. Der World Future Council (Weltzukunftsrat), für den Leidreiter arbeitet, wurde 2007 gegründet. Die Stiftung identifiziert zukunftsweisende Politikansätze für eine nachhaltige Entwicklung und unterstützt deren Umsetzung.

Der Flensburger Andresen gewann die Abstimmung mit 75 Stimmen klar vor Manfred Sallach (18) und Philipp Schmagold (20). Der 32-jährige Andresen begründete seine Kandidatur unter anderem mit dem Aufkommen des Nationalismus in Europa und mit seinen persönlichen Erfahrungen mit Dänemark.

Jan Philipp Albrecht: „Europa sind wir alle. Das müssen wir ins Land tragen.“

Die Grünen wollen ihre Bundesliste für die Europa-Wahl auf der Bundesdelegiertenkonferenz vom 9. bis 11. November in Leipzig wählen. Der bisherige norddeutsche EU-Abgeordnete der Grünen, Jan Philipp Albrecht, hat im September die Nachfolge von Robert Habeck als Umweltminister in Kiel angetreten.

Albrecht, der bis zur Amtsübernahme in Kiel, für die norddeutschen Grünen im Europaparlament saß und als Gast auf dem Parteitag war, betonte in einem kurzem Grußwort: „Europa sind wir alle. Das müssen wir ins Land tragen.“

Zuvor hatten die Landesvorsitzenden Anna Tranziska und Steffen Regis die Delegierten und zahlreichen Besucher des Parteitags auf die Europa-Wahl im Mai kommenden Jahres eingestimmt. „Wir stehen mit der kommenden Wahl des Europäischen Parlaments vor einer Machtfrage in Europa, die alles verändern kann“, sagte Tranziska bei der Vorstellung des Leitantrages „Europa kann mehr“.

In vielen Ländern seien autoritär-nationalistischen Parteien auf dem Vormarsch, sagte Tranziska. „Wir halten ihnen ein proeuropäisches, liberales Weltbild entgegen.“ Nur im Miteinander könne die Europäische Union stark agieren und die Interessen ihrer Bürger gegen Kommerzialisierung und Privatisierung durchsetzen. Zur europäischen Zusammenarbeit gebe es keine gute Alternative.

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