Erste Bürgerschaftssitzung : Premiere für "Die Partei" in Lübeck

Bastian Langbehn posiert in Timmendorfer Strand. Foto: dpa
Bastian Langbehn posiert in Timmendorfer Strand. Foto: dpa

Bastian Langbehn von der Satire-Truppe "Die Partei" ist zu seiner ersten Sitzung in der Lübecker Ratsversammlung angetreten.

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21. Juni 2013, 04:20 Uhr

Lübeck | Knapp vier Wochen nach der Kommunalwahl ist am Donnerstag in Lübeck die Bürgerschaft zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Unter den 49 Abgeordneten ist auch der Kreisvorsitzende der Satire-Truppe "Die Partei", Bastian Langbehn. Er hatte bei der Wahl 831 Stimmen erhalten und damit das bundesweit erste Mandat für seine Partei gewonnen. Am Wochenende hatte sich Langbehn mit dem Abgeordneten der Piraten zu einer Fraktion zusammengeschlossen.
Nach der Wahl hatte er sich noch mit roter Baseballkappe den Fotografen gestellt. Zur Bürgerschaftssitzung trug er einen dunklen Anzug und eine rote Krawatte zum hellblauen Hemd. Ein Hinweis auf seine Seriosität? Andere Abgeordnete anderer Parteien waren jedenfalls weitaus lässiger gekleidet.

"Partei-Piraten" - Eine Fraktion mit dem Piraten

Im Bürgerschaftssaal hat Langbehn seinen Platz zwischen der Linken und der FDP - und er ist nicht mehr allein. Am Wochenende hatte er sich mit Oliver Dedow von den Piraten zu einer Fraktion zusammengeschlossen. "Beide Parteien stehen für mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung. Wir wollen Missstände mit dem Mittel der Satire anprangern, wir passen also ganz gut zusammen", sagte Dedow. Der Rechtsanwalt bekleidet bei den "Partei-Piraten", wie sich die neue Fraktion nennt, die Position des Fraktionsvorsitzenden.
Einzelhandelskaufmann Langbehn, der zurzeit im Betrieb seiner Eltern mitarbeitet, hat in der Zwei-Mann-Fraktion die Position des Stellvertreters inne. Den Vorwurf, es gehe den "Partei-Piraten" nur um die Fraktionszuschüsse in Höhe von rund 60.000 Euro im Jahr, weisen die beiden energisch zurück. Es gehe um den Zugang zu den Ausschüssen und den gebe es nur für Fraktionen, sagen sie.

Keine Mehrheitsbeschaffer für SPD und Grüne

In der Ratsversammlung stellen SPD und CDU jeweils 16, die Grünen acht, FDP, Linke und die Wählervereinigung Bürger für Lübeck (BfL) jeweils zwei Abgeordnete. Freie Wähler, Piraten und "Die Partei" haben je ein Mandat. Deshalb wurde Langbehn gelegentlich als Mehrheitsbeschaffer für SPD und Grüne bezeichnet, denen eine Stimme an der Mehrheit fehlt. Doch diese Rolle wollten sie nicht spielen, sagen Langbehn und sein Fraktionsvorsitzender Dedow.
Heftig umworben von Rot-Grün wird dagegen derzeit Bruno Böhm von den Freien Wählern. "Ich habe mich noch nicht entschieden", sagt er.

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