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Flüchtlinge in SH : Pragmatische Lösungen gefragt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kirchliche Räume sollten vermehrt genutzt werden, um Flüchtlinge aufzunehmen. Ein Kommentar von Bernd Ahlert.

Das Problem steht nicht vor der Haustür, es ist längst im Wohnzimmer angekommen. Händeringend suchen Landesregierung, Kreise, Städte, Gemeinden und Sozialverbände nach einer Lösung, wie die wachsende Zahl von Flüchtlingen in Schleswig-Holstein menschenwürdig untergebracht werden kann.

Bestehende Sammelunterkünfte sind überfüllt. Die Einrichtung neuer Massenquartiere schürt Ressentiments und Ängste bei der Bevölkerung – Vorbehalte, die ernst genommen werden müssen. Die Alternative ist eine dezentrale Verteilung der Flüchtlinge auf privat angemietete Wohnungen. Doch auch da hakt es. In den größeren Städten des Landes wie Kiel, Lübeck oder Flensburg sowie im Hamburger Umland ist Wohnraum ohnehin knapp und teuer. Und Flüchtlinge in entlegene ländliche Regionen zu verfrachten, wo es Wohnraum zu erschwinglichen Preisen geben würde, kann kaum das Ziel sein. Wie sollen Menschen, die aus Kriegsgebieten geflohen und teils traumatisiert sind, die kein Wort Deutsch sprechen und sich in einem völlig neuen Kulturkreis sozialisieren müssen, sich zurechtfinden, wenn man sie hinterm Deich ansiedelt?

Eine andere Lösung muss her. Um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, zielt der Vorstoß des Diakonischen Werkes durchaus in die richtige Richtung: Neben Sammel- und Privatquartieren verteilt über das ganze Land kirchliche, diakonische und andere öffentliche Räumlichkeiten zu nutzen. Pragmatische Lösungen sind angesagt, die zugleich aufkeimende Sorgen vor Überfremdung verhindern. Es muss doch möglich sein, in einem Land wie Schleswig-Holstein zumindest vorübergehend einige tausend Flüchtlinge aufzunehmen.

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erstellt am 15.Okt.2014 | 08:07 Uhr

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