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Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne in Kropp : Posse um Wehrmachtsfoto: Rühe kritisiert von der Leyen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Witwe von Kai-Uwe von Hassel ließ Bild ihres Mannes vorsorglich entfernen – Luftwaffen-Inspekteur Müllner lässt es wieder aufstellen.

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erstellt am 17.Mai.2017 | 20:50 Uhr

Kropp/Hamburg | In der Debatte um Wehrmachtsrelikte in der Bundeswehr hat Ex-Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) gefordert, dass das vor wenigen Tagen in der Hamburger Bundeswehr-Universität abgehängte Helmut-Schmidt-Foto an seinen Platz zurückkehrt. Das Bild zeigt den ehemaligen Bundeskanzler in Wehrmachtsuniform. Anlass für Rühes Forderung ist eine Posse in der Kropper Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne. Dort wurde ein Bild des Namensgebers – ebenfalls in Wehrmachtsuniform – kurzzeitig aus einer Vitrine im Offiziersheim entfernt und später auf Befehl von Generalleutnant Karl Müllner, Inspekteur der Luftwaffe, wieder aufgestellt.

„Das zeigt die ganze Widersprüchlichkeit, die da losgetreten wurde“, sagte Rühe am Mittwoch zum sh:z. Bereits zuvor hatte er der amtierenden Verteidigungsministerin und Parteifreundin Ursula von der Leyen Aktionismus in der Wehrmachtsdebatte vorgeworfen. Rühe sieht die Truppe grundlos unter Pauschalverdacht gestellt und hält auch nichts davon, Kasernen umzubenennen.

Das Von-Hassel-Porträt in Postkartengröße ist Teil einer kleinen Ausstellung in der Kropper Kaserne, die an den früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten und Bundesverteidigungsminister erinnern soll. Seine Witwe Monika von Hassel (81) hatte darum gebeten, das Foto ihres Mannes vorsorglich aus der Vitrine zu entfernen, nachdem sie am vergangenen Freitag von dem Wirbel um das Schmidt-Porträt erfahren hatte. „Ich wollte dem Geschwader Ärger ersparen“, erklärte sie im Gespräch mit dem sh:z. Dieser Bitte kam Oberst Michael Krah, Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“, nach.

Doch nach der Intervention des Luftwaffen-Inspekteurs befindet sich das Foto seit Dienstagnachmittag wieder an seinem angestammten Platz. „Das Bild ist so geschnitten, dass kein Hakenkreuz zu sehen ist. Es verstößt nicht gegen derzeitige Bestimmungen“, erklärte ein Sprecher der Luftwaffe. Und überhaupt sei Kai-Uwe von Hassel ein Politiker gewesen, der sich um die Bundesrepublik verdient gemacht habe.

Welche Dimension das Thema hat, zeigt sich darin, dass Ursula von der Leyen noch am Dienstagabend Monika von Hassel persönlich angerufen hat. „Die Ministerin hat mir gegenüber die Entscheidung ihrer Militärs ausdrücklich bestätigt“, sagte die Politiker-Witwe. „Und wenn von ganz oben die schützende Hand über das Geschwader gehalten wird, ist das für die Soldaten eine gute Nachricht“, befand von Hassel, die sich als Patentante der „Immelmänner“ versteht. Zumal bei der Überprüfung der Kaserne keine weiteren Wehrmachtsdevotionalien gefunden wurden, wie ein Geschwadersprecher betonte. 

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