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Kampagne des Nabu : Plastikmüll im Meer: SH fördert „Fishing for Litter“

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Bei der Nabu-Aktion werfen Fischer Plastikmüll in Spezial-Container. Ziel: Die Vermüllung der Meere verringern.

Neustadt | Schleswig-Holstein fördert die Kampagne „Fishing for Litter“ des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) gegen Plastikmüll im Meer mit rund 26.500 Euro. Dafür sollen noch in diesem Jahr im Hafen von Büsum (Kreis Dithmarschen) und am Eidersperrwerk (Kreis Nordfriesland) Müllcontainer aufgestellt und auch Fischkutter entsprechend ausgestattet werden. Ziel sei es, das Bewusstsein gegen eine Vermüllung der Meere zu schärfen und die Müllmenge zu verringern, sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne) am Montag.

Fischer finden laut Nabu in ihren Netzen bisweilen erhebliche Mengen Abfall, abhängig vom Fanggebiet und der eingesetzten Fangtechnik. Eine umweltgerechte Entsorgung dieses Mülls finde häufig nicht statt. Zum einen gebe es keine Vorkehrungen an Bord der Fangschiffe, um die Abfälle einzulagern, zum anderen seien die Möglichkeiten der Mülltrennung und -entsorgung in vielen Häfen entlang der deutschen Küste unzureichend, uneinheitlich und in der Regel kostenpflichtig. Die Folge sei, dass der Müll viel zu oft wieder zurück ins Meer geworfen wird.

Bei der vom Nabu ins Leben gerufenen Aktion sammeln Fischer den Plastikmüll, der ihnen in die Netze geht, in großen Säcken auf ihren Kuttern und werfen ihn im Hafen in eigens dafür aufgestellte Container. „Der Müll wird dann von Hand sortiert, dabei erfassen wir auch, aus welchen Branchen die Abfälle stammen“, sagte der Nabu-Projektleiter Nils Möllmann.

Nach bisherigen Erfahrungen landen vor allem Hausmüll, illegal entsorgte Abfälle aus der Seeschifffahrt und verloren gegangene Netze aus der Fischerei im Meer. Dieser Müll gefährde Seevögel, Delfine und Robben, die sich im Plastik verhedderten und qualvoll erstickten oder verhungerten, sagte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke.

Der Vorsitzende des Landesfischereiverbandes, Lorenz Marckwardt, begrüßte die Aktion. „Wir Fischer sind auf sauberes Wasser angewiesen. Die Kosten für die Müllentsorgung können wir allerdings nicht übernehmen. Deshalb sind wir froh, dass der Nabu uns die vom Hals hält“, sagte er.

Schleswig-Holstein ist das zweite Bundesland, dass sich finanziell an der Kampagne beteiligt. Niedersachsen fördert seit 2012 die Müllsammlung in seinen Fischereihäfen. Doch auch Schleswig-Holstein will aufholen. „Das Projekt ist mir eine Herzensangelegenheit, das Land wird es auch in den nächsten Jahren fördern“, sagte Habeck. Ziel sei es, jedes Jahr in drei bis vier Häfen entsprechende Entsorgungsstrukturen aufzubauen.

Seit dem Start der Aktion 2011 wurden nach Angaben des Nabu rund fünf Tonnen Plastikmüll aus dem Meer gefischt. Derzeit beteiligen sich neun Häfen und 70 Fischereibetriebe in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern an dem Projekt.

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erstellt am 11.Aug.2014 | 18:23 Uhr

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