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Seezeichen auf Nord- und Ostsee : Plastik statt Stahl: Bund tauscht Seetonnen aus

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Leichtere Instandhaltung und geringere Kosten: Der Bund investiert elf Millionen Euro in neue Schifffahrtszeichen.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2014 | 07:23 Uhr

Kiel/Berlin | Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt plant eine umfassende Erneuerung der 5500 Seezeichen auf der Nord- und Ostsee. Statt der rostanfälligen Stahltonnen sollen künftig größtenteils Kunststofftonnen die Schifffahrtswege markieren. Der Austausch der Tonnen erfolgt nach und nach im laufenden Betrieb und beginnt nächstes Jahr auf der Ostsee. Dort wird er sich über sechs Jahre hinziehen. Fast elf Millionen Euro hat CSU-Politiker Dobrindt dafür in seinen Haushalten ab 2015 vorgesehen. „Auf der Nordsee sollen die Tonnen dann ab 2016 erneuert werden“, kündigt ein Sprecher des Ministers gegenüber unserer Zeitung an.

Bisher gibt es Kunststofftonnen nur vereinzelt auf Deutschlands Wasserstraßen – unter anderem auf der Schlei und der Elbe. Dass sie nun in großem Stil auf den Meeren zum Einsatz kommen sollen, liegt an neuen Erkenntnissen in Dobrindts Ressort: Eine Untersuchung hat ergeben, dass Seetonnen aus Plastik leichter instandzuhalten und zu warten sind als die aus Stahl. „Kunststofftonnen halten länger und müssen nicht gestrichen werden“, sagt Dobrindts Sprecher. Dadurch werde die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung entlastet und könne die betreffenden Mitarbeiter für andere Aufgaben einsetzen.

Zudem seien neue Tonnen aus Plastik viel billiger als neue aus Stahl – jedenfalls die kleinen und mittleren, die drei Viertel aller Seezeichen ausmachen. Mit Preisen zwischen 5000 und 20 000 Euro kosten sie nicht mal halb so viel wie eine Stahltonne. Anders bei den großen Tonnen: Hier lohnt sich ein Austausch nach Angaben des Sprechers nicht, weil der Kostenunterschied deutlich kleiner ist. Auf eine Ersparnis hofft Dobrindt dennoch: „Die Instandhaltung der verbleibenden, großen Stahltonnen kann künftig an wenigen Standorten gebündelt werden“, kündigt sein Sprecher an. Bisher ist die Wartung auf 13 Werkstätten verteilt – unter anderem in Kiel, Tönning und Büsum sowie auf Amrum und Helgoland. Wo sie künftig stattfindet, sei noch offen, sagte der Sprecher. Da aber „eine lokale Vorhaltung“ von Seezeichen auch künftig notwendig sei, werde kein Standort geschlossen.

Mit den Erneuerungsplänen erfüllt Dobrindt eine Forderung des Rechnungsprüfungsausschusses des Bundestags. Der hatte schon vor zweieinhalb Jahren gemeinsam mit dem Bundesrechnungshof von Dobrindts Vorgänger Peter Ramsauer Einsparungen beim Einsatz der Seetonnen verlangt. Das von Dobrindt geplante Austauschprogramm stellt die Rechnungsprüfer nun zufrieden: Sie haben das Konzept des Ministers bereits abgesegnet. Allerdings wollen sie mit Erfolgskontrollen überprüfen lassen, ob die erhofften Einspareffekte wirklich eintreten.
 

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