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Jochen Heumos : Plagiatsvorwurf gegen Bürgermeisterkandidaten in Scharbeutz

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Weil seine Wahlrede in weiten Teilen mit einer Rede der Bürgermeisterin des Nachbarortes übereinstimmte, ist ein Bürgermeisterkandidat in Scharbeutz in die Kritik geraten. Beide hatten denselben Wahlkampfberater.

shz.de von
erstellt am 05.Sep.2013 | 12:37 Uhr

Scharbeutz | Jochen Heumos, Bürgermeisterkandidat in Scharbeutz, kämpft gegen Plagiatsvorwürfe. Seine bei einer Wahlkampfveranstaltung am Dienstag gehaltene Rede gleiche in weiten Teilen einer im Mai 2012 gehaltenen Wahlrede von Hatice Kara, der Bürgermeisterin der Nachbargemeinde Timmendorfer Strand, berichteten die „Lübecker Nachrichten“. Als unerfahrener Wahlkämpfer habe er sich unter anderem an der Rede Karas orientiert, sagte Heumos der Deutschen Presse-Agentur. In Scharbeutz im Kreis Ostholstein wird am 22. September ein neuer Bürgermeister gewählt.

„Wahlkampfreden sind meines Erachtens häufig identisch“, sagte Heumos. Er habe aber inzwischen mit Kara gesprochen. Sie habe ihm signalisiert, dass sie keine Probleme damit habe, dass ihre Rede als Schablone benutzt worden sei, sagte er. Heumos vermutet hinter den Plagiatsvorwürfen eine Kampagne seiner politischen Gegner, die die erneute Kandidatur des ebenfalls parteilosen Amtsinhabers Volker Owerien unterstützen.

Hinter beiden Reden steht die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik Schleswig-Holstein (SGK-Schleswig-Holstein). Deren Geschäftsführer Thies Thiessen berät SPD-Bewerber in Wahlkämpfen für kommunale Spitzenämter. Sowohl die SPD-Politikerin Kara als auch der parteilose, aber von SPD, Grünen und einer Wählergemeinschaft unterstützte Heumos zählen zu seinen Klienten. Er gebe seinen Bewerbern mehrere Redemuster an die Hand und sage ihnen: „Macht was draus“, zitierten die „Lübecker Nachrichten“ Thiessen. Wenn dabei Passagen aus Reden anderer Kandidaten übernommen würden, halte er das nicht für bedenklich, schrieb das Blatt weiter.

Auch Heike Döpke, die im Juni zur Bürgermeisterin von Barmstedt im Kreis Pinneberg gewählt wurde, hatte in ihrer Vorstellungsrede im April zum Teil die gleichen Formulierungen wie Kara und jetzt auch Heumos verwendet. Auch ihr Wahlkampfberater war Thies Thiessen.

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