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Fehmarnbeltquerung : Pläne für Industriegebiet verärgern Fehmarner

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Der geplante Fehmarnbelttunnel bringt viele auf der Insel in Rage - 15 Hektar für ein Gewerbegebiet machen noch mehr Ärger. Eine Bürgerinitiative kämpft für die Ruhe auf der Insel.

Fehmarn | Ein geplantes Sondergebiet im Zusammenhang mit dem Bau der geplanten Fehmarnbeltquerung hat auf der Ostseeinsel Unruhe ausgelöst. Die Firma Baltic Facility Solutions (Baltic FS) will in der Nähe der Tunnelbaustelle im Norden Fehmarns ein rund 15 Hektar großes Areal als Lagerfläche und für Dienstleistungen rund um die Baustelle einrichten. Dagegen wehrt sich die Initiative „Bewahrt Fehmarn“. Dieses Gebiet schlage der Insel eine zusätzliche Wunde und stelle eine unerträgliche Zusatzbelastung der Bewohner dar, sagte der Sprecher der Initiative, Mirko Kaminski, am Mittwoch. Der Radiosender RSH hatte zuvor über den Streit berichtet.

„Wir befürchten noch mehr Lärm und Verkehr, zusätzliche Flächenversiegelung und Beeinträchtigungen durch nächtliche Arbeiten unter Flutlicht“, sagte Kaminski. Zudem stehe noch gar nicht fest, welche Konsortien letztlich den Zuschlag für den Tunnelbau bekämen und ob die die angebotenen Dienstleistungen überhaupt in Anspruch nehmen würden, sagte er. „Wenn das Gewerbegebiet erstmal da ist, könnte es auch für andere Zwecke genutzt werden.“

Wie viele Mitglieder die Initiative genau hat, kann ihr Sprecher nicht sagen. Mehr als 1600 Menschen hätten bereits eine Online-Petition unterzeichnet, die Facebookseite der Initiative habe innerhalb kurzer Zeit bereits mehr 1400 Likes bekommen, sagte er. Auf der Insel seien etwa 40 Familien in der Sache aktiv, sagte Kaminski.

Der Geschäftsführer von Baltic FS, Mirko Schönfeldt, wies die Befürchtungen der Initiative als unbegründet zurück. „Wir sind schon seit Monaten mit allen an der Ausschreibung beteiligten Konsortien im Gespräch und haben bereits erste Zusagen. Unser Ziel ist es, einen Teil der Wertschöpfung durch den Tunnelbau im Land zu halten“, sagte er. Die Baltic FS und ihre 15 Kooperationspartner aus dem Raum Lübeck und Ostholstein bieten unter anderem die Bewachung und Absicherung der Baustelle, Reinigungsarbeiten, Abfallentsorgung, Ingenieurleistungen, Reparaturservice und Shuttledienste an. „Die Initiative operiert zum Teil mit falschen Zahlen und Fakten. Mit uns hat im Vorfeld niemand gesprochen“, sagte Schönfeldt.

Der Bau- und Umweltausschuss der Stadt Fehmarn hatte im Juni der Aufstellung eines Bebauungsplans für das Areal zugestimmt. Danach sind auf dem Gelände Hallenbauten und Container, Recyclingflächen und eine Bautankstelle zulässig. Baltic FS hat nach Angaben Schönfeldts das Gelände von einem Landwirt gepachtet und sich vertraglich verpflichtet, es nach Fertigstellung des Tunnels wieder zurückzugeben.

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erstellt am 13.Aug.2014 | 16:16 Uhr

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