zur Navigation springen

Bundestagswahl : Peinliche Panne - 200 Wahlbriefe bei der Post vergessen

vom

Wer zu spät kommt, hat Pech gehabt. In einer Postfiliale in Ratzeburg sind Wahlbriefe vergessen worden und erst am Tag nach der Bundestagswahl aufgetaucht. Die Post weist jede Schuld von sich und auch die Kommune sagt, sie habe alles richtig gemacht.

shz.de von
erstellt am 27.Sep.2013 | 15:44 Uhr

Ratzeburg | Eine peinliche Wahlpanne beschäftigt die Verwaltung von Ratzeburg im Kreis Herzogtum Lauenburg. Dort hat die Post 200 Wahlbriefe erst am Montag nach der Bundestagswahl zugestellt. Der Grund für die Panne ist unklar, Post und Stadtverwaltung schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Die Briefe würden nun ungeöffnet vernichtet, sagte der Sprecher des Kreises Herzogtum Lauenburg, Karsten Steffen, am Freitag. Auswirkungen auf das Wahlergebnis hätten die vergessenen Stimmzettel aber nicht.

Wahlbriefe würden in der zuständigen Postfiliale in sogenannten Schütten gesammelt und von Mitarbeitern der Stadt abgeholt, sagte Postsprecher Martin Grundler. „Doch in Ratzeburg ist nach dem 17. September keine Wahlpost mehr abgeholt worden. Die Kollegen in der Postfiliale haben dann eine Mitteilung mit dem Hinweis auf die Wahlbriefe ins normale Postfach der Stadt gelegt, doch die Schütte blieb stehen“, sagte Grundler. Es sei dann eine städtische Mitarbeiterin, die Verwaltungspost abgab, darauf angesprochen worden, doch die habe sich für nicht zuständig erklärt. „Schließlich haben die Kollegen am Sonnabend noch versucht, im Rathaus anzurufen, doch da war niemand. Mehr konnten wir nicht tun“, sagte der Postsprecher.

Stadtsprecher Mark Sauer sagte dagegen, die Wahlpost sei regelmäßig abgeholt worden. Es sei kein städtischer Mitarbeiter auf die Wahlbriefe angesprochen worden und es habe auch keine Benachrichtigung im Postfach gelegen. „Am Sonntagnachmittag hat ein Zusteller noch etwa 15 Wahlbriefe ins Rathaus gebracht. Von den 200 in der Schütte haben wir erst am Montag durch einen Anruf der Post erfahren“, sagte er. Bei den 15 Briefen vom Sonntag handele es sich um Briefe aus der letzten Kastenleerung vom Samstagabend, die direkt aus dem Briefverteilzentrum gekommen seien, erklärte Grundler.

Beide Seiten wollen jetzt prüfen, wo die Fehlerquelle liegt. „Am Wahlergebnis hätten die 200 Stimmen nichts geändert. Bei den Erst- und Zweitstimmen liegt der Vorsprung zwischen CDU und SPD bei jeweils 1000 Stimmen und auch für die übrigen Parteien würden sich dadurch nur marginale Änderungen ergeben“, sagte Kreissprecher Steffen. Insgesamt hatten in Ratzeburg 1266 Wähler ihre Stimme per Brief abgegeben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen