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Energiewende in SH : Ostküstenleitung: Wo der Strom unterirdisch fließen soll

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Ein Teil der Stromtrasse soll mit Erdkabeln verlegt werden. Mit dem Bau soll 2018 begonnen werden.

Bad Oldesloe | Umweltminister Robert Habeck hat am Donnerstag in Bad Oldesloe Streckenabschnitte der geplanten Ostküstenleitung vorgestellt, die für eine Erdverkabelung infrage kommen. Auf dem ersten Abschnitt zwischen Bad Segeberg und Lübeck wird der zuständige Netzbetreiber Tennet zwei Erdkabelteilabschnitte in den Gemeinden Henstedt-Ulzburg und Kisdorferwohld planen. 

Die Netzinfrastruktur in Schleswig-Holstein reicht für diese steigende Energieeinspeisung nicht aus. Daher muss das Netz dringend ausgebaut werden. Durch die Trasse vom Kreis Segeberg über Lübeck bis in den Kreis Ostholstein soll Windstrom aus Schleswig-Holstein nach Süddeutschland transportiert werden.

In Kisdorferwohld plant Tennet einen etwa vier Kilometer langen Kabelabschnitt in offener Grabenbauweise. In Henstedt-Ulzburg wird derzeit ein fünf Kilometer langer Erdkabelabschnitt geprüft, der einen Teil der Pinnauwiesen unterqueren soll. Insgesamt wurden im ersten Abschnitt der Leitung fünf Bereiche für die Erdverkabelung geprüft.  

Anfang dieses Jahres hatte die Bundesregierung die Ostküstenleitung als Pilotstrecke für eine Teil-Erdverkabelung ausgewiesen. Mit dem Bau soll 2018 begonnen werden.

Warum ist die Ostküstenleitung überhaupt notwendig?

Das Netz reicht nicht aus, um den Strom aus dem Norden in den Süden zu transportieren. Dafür braucht es eine Strom-Autobahn, eine 380 Kilovolt-(kV)-Leitung auf mindestens 60 Meter hohen Masten, für die 100 Meter breite Trassen gerodet werden müssen.

Wo soll die Ostküstenleitung verlaufen?

Die Gesamtstrecke der Ostküstenleitung gliedert sich in drei Abschnitte:
Abschnitt 1: Kreis Segeberg/Kreis Stormarn – Raum Lübeck (Netzverstärkung der bestehenden 220 Kilovolt-Leitung)
Abschnitt 2: Raum Lübeck – Siems (Netzverstärkung der bestehenden 220 kV-Leitung)
Abschnitt 3: Raum Lübeck – Raum Göhl (Neubau einer 380 kV-Leitung)

Die genaue Trassenführung sollte im Dialogverfahren festgelegt werden. Für den Abschnitt 1 gibt es ein Ergebnis: Die 380 KV-Ostküstenleitung soll entlang der derzeitigen 220 KV Leitung von Stockelsdorf über Nordstormarn und Tralau nach Norderstedt geplant werden.

Die Stromleitungen im Überblick:

Foto:Tennet

 

 

 

Wie lief das Dialogverfahren ab?

Auf ein Raumordnungsverfahren hat die Landesplanung verzichtet. Im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens sollte informiert und mit den Regionen und den Bürgern der „konfliktärmste“ Korridor gesucht werden. Hierfür luden Ministerium, Tennet und Schleswig-Holstein Netz AG gemeinsam betroffene Bürger zu Veranstaltungen vor Ort ein. Die Bürger durften sich mit Vorschlägen einbringen.

Im Januar 2015 gab es neun Kommunalveranstaltungen über den ersten Abschnitt der Ostküstenleitung – und eine Ergebniskonferenz am 22. April in Bad Oldesloe. Dabei wurde der Vorzugskorridor veröffentlicht, der maßgeblich entlang der alten Leitung führt.

Mehr als 1000 Bürger, Verbände und Kommunen hatten sich im Dialogverfahren beteiligt. „Besonders beeindruckend ist, dass durch die Ideen weitere Korridoralternativen für den Leitungsverlauf geprüft werden, etwa zum besseren Schutz des Wohnumfelds oder von Schutzgebieten“, sagte Robert Habeck.

„Die Gespräche und Diskussionen waren ausgesprochen sachlich“ sagte Moderator, Peter Ahmels von der Deutschen Umwelthilfe. Die Feinplanung für diesen Teil läuft.

 
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erstellt am 03.Jun.2016 | 07:28 Uhr

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