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Gemeinschaftsschulen in SH : Nur wenig Interesse an neuen Oberstufen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zwölf Gemeinschaftsschulen bieten den Weg zum Abitur an – doch nur die Hälfte davon hat auch genügend Schüler.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2014 | 07:14 Uhr

Kiel | Stolperstart für Gemeinschaftsschulen, die zum neuen Schuljahr eine gymnasiale Oberstufe genehmigt bekommen haben: Nur sechs von zwölf dieser Schulen kommen in der Eingangsphase bisher auf die nach dem Schulgesetz vorgesehene Zahl von 50 Schülern. CDU und FDP sehen sich in ihrer Skepsis gegen die „Mini-Oberstufen“ bestätigt. Das Kultusministerium warnte vor voreiligen Schlüssen.

Laut Schulgesetz kann eine Gemeinschaftsschule eine gymnasiale Oberstufe bilden, wenn „spätestens drei Jahre nach Eintritt des ersten Jahrgangs in die Einführungsphase der Oberstufe dauerhaft eine Anzahl von mindestens 50 Schülern erreicht wird.“ Damit werde erst in drei Jahren Bilanz zu ziehen sein, sagte die Sprecherin des Bildungsministeriums, Patricia Zimnik.

Für die Opposition steht angesichts sinkender Schülerzahlen bereits fest, dass das Modell der Koalition zum Flop wird. „Hier wird für Mini-Oberstufen Geld verbrannt“, sagte der CDU-Bildungspolitiker Daniel Günther. Dringender seien der Erhalt kleiner Grundschulen und die Unterrichtsversorgung.

Die FDP-Bildungspolitikerin Anita Klahn verwies auf die Schließung kleiner Grundschulen auf Sylt und Fehmarn und hielt Bildungsministerin Waltraud Wende vor, falsche Schwerpunkte zu setzen. Oberstufen in der von der Koalition festgelegten Größe machten auch bildungspolitisch keinen Sinn, weil hier keine „Vielfalt der Profile“ angeboten werden könnte. Klahn erneuerte die Forderung ihrer Fraktion, die Mini-Oberstufen „wieder einzustampfen“ und stattdessen Geld in die Hand zu nehmen, um Schulstrukturen in der Fläche zu stützen.

Das Bildungsministerium geht dagegen von einer steigenden Akzeptanz gymnasialer Oberstufen an Gemeinschaftsschulen aus; das Abitur ist hier generell nach 13 Jahren möglich. Eltern, die ihre Kinder auf eine solche Schule schickten, hätten nun Gewissheit, dass nach der Klasse elf ein Schulwechsel für das Abitur nicht mehr erforderlich sei, sagte Zimnik. Mit der Perspektive zum Abitur werde sich auch der Anteil der Gemeinschaftsschüler mit einer Empfehlung für das Gymnasium deutlich erhöhen.

Die CDU sieht dennoch schwarz: Eine Reihe von Gemeinschaftsschulen werde absehbar nicht die nach dem Schulgesetz nötigen Kriterien für eine gymnasiale Oberstufe erreichen und halten können, sagte Günther voraus. Gemeinden , die viel Geld etwa in neue Räume investiert hätten, hätten das Nachsehen. Hier werde Geld „nutzlos verbrannt“, sagte Günther.

Gymnasiale Oberstufe: Schülerzahlen 2014/15
 

Dietrich-Bonhoeffer-Schule Bargteheide: 83

Hans-Brüggemann-Schule Bordesholm: 36

Friedegart-Belusa-Schule Büchen: 64

Heinrich-Heine-Schule Büdelsdorf: 59

Gemeinschaftsschule Handewitt: 47

Gemeinschaftsschule Kellinghusen: 61

Albinus-Gemeinschaftsschule Lauenburg: 55

Gemeinschaftsschule Nortorf: 22

Grund- und Gemeinschaftsschule Sandesneben: 44

Gemeinschaftsschule im Schulzentrum Bad Segeberg: 31

Eider-Treene-Schule Tönning: 47

Hahnheide-Schule Trittau: 55

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