Umfrage : Nur noch 33 Prozent Rückhalt für Schwarz-Gelb

Würde am nächsten Sonntag gewählt, CDU und FDP kämen zusammen auf gerade einmal ein Drittel der Stimmen. Foto: dpa
Würde am nächsten Sonntag gewählt, CDU und FDP kämen zusammen auf gerade einmal ein Drittel der Stimmen. Foto: dpa

Wechselstimmung sieben Monate vor der Landtagswahl: Die Wähler favorisieren eine rot-grüne Koalition. Schwarz-Gelb käme nur noch auf 33 Prozent aller Stimmen.

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30. September 2011, 12:06 Uhr

Kiel | So tief im Umfrage-Keller hat eine amtierende Landesregierung sieben Monate vor einer Landtagswahl selten gesessen: Würde am nächsten Sonntag gewählt, CDU und FDP kämen zusammen auf gerade einmal ein Drittel der Stimmen. SPD und Grüne könnten - rechnerisch gestützt auf 55 Prozent - bequem regieren.
Rot-Grün ist zugleich das in Schleswig-Holstein derzeit favorisierte Regierungsbündnis. 32 Prozent der von Infratest Dimap für den NDR befragten Schleswig-Holsteiner wollen eine Neuauflage dieser 2005 beendeten Koalition. Bei Grünen-Anhängern liegt die Zustimmung sogar bei 67 Prozent. Nur 17 Prozent wollen eine Neuauflage der 2009 gescheiterten großen Koalition aus CDU und SPD. Schwarz-Gelb wird nur noch von sieben Prozent gewünscht.
Stegner: ein "erfreuliches Zwischenergebnis"
Der neue CDU-Hoffnungsträger, Parteichef und künftige Spitzenkandidat Jost de Jager, würde bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten gegen den SPD-Konkurrenten Torsten Albig klar das Nachsehen haben. Albig käme aktuell auf 45 Prozent, de Jager, der als Nachfolger des wegen einer Beziehung zu einer Minderjährigen zurückgetretenen Christian von Boetticher ins Rennen geht, auf 27 Prozent der Stimmen. Im Vergleich zu einer Umfrage vom Mai dieses Jahres legt Albig um sechs Punkte zu, de Jager fällt um sieben Punkte hinter das damalige Ergebnis von Boettichers zurück.
Das politische Echo auf die neuesten Daten fiel wie erwartet aus: Von einem erfreulichen Zwischenergebnis (34 Prozent) sprach SPD-Landeschef Ralf Stegner. Die schwarz-gelbe Koalition in Kiel sei "genauso mausetot wie die im Bund." Sein CDU-Kollege de Jager stellte enttäuscht fest, dass seine Partei mit 30 Prozent unter dem Bundestrend liege. Ursache dafür seien "die letzten schweren Wochen". Für ihn selbst bilde die Umfrage die Startlinie.
"Wir müssen uns anstrengen, um unser Ziel zu erreichen"
Grünen-Landeschefin Eka von Kalben meinte, der konsequente Kurs der Eigenständigkeit ihrer Partei werde von den Wählern mit 21 Prozent Zustimmung belohnt.
Für FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki, dessen Partei mit drei Prozent das parlamentarische Aus droht, zeigt die Umfrage, "dass die schwierige Lage der FDP auf Bundesebene auch die Landesverbände nicht verschont." Die "Momentaufnahme" sei aber kein Signal für die Landtagswahl. Unzufrieden zeigte sich der SSW. "Wir müssen uns anstrengen, um unser Ziel zu erreichen, mindestens fünf Prozent der Stimmen zu bekommen und wieder mit vier Abgeordneten in den Landtag einzuziehen", sagte Landeschef Flemming Meyer.

Die Ergebnisse der Umfrage
SPD: 34 Prozent
CDU: 30 Prozent
Grüne: 21 Prozent
Piratenpartei: 4 Prozent
FDP: 3 Prozent
SSW: 3 Prozent
Linke: 2 Prozent

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