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Wolfsmanagement : Nur drei Wolfssichtungen im vergangenen Jahr

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Schleswig-Holstein ist kein „Wolfsland“, doch es ist gut vorbereitet auf das Zusammenleben mit dem scheuen Raubtier.

shz.de von
erstellt am 11.Aug.2017 | 10:35 Uhr

Kiel | 200 Jahre nach Ausrottung der Art ist der Wolf zurück in Schleswig-Holstein. Der Räuber mit den scharfen Zähnen braucht keine Wildnis, er kommt auch in Kulturlandschaften problemlos zurecht. Obwohl Wolfsgeheul im Land zwischen den Meeren immer noch eine Seltenheit ist, regelt ein so genanntes Wolfsmanagement, wie Mensch und Wolf möglichst konfliktfrei zusammenleben können.

In Schleswig-Holstein wurde das Wolfsmanagement vor einem Jahr auf neue Füße gestellt. „Das Wolfsmanagement in Schleswig-Holstein hat sich auch in seiner ergänzten Form bewährt“, sagte Ministeriumssprecherin Jana Ohlhoff. Auch Schleswig-Holsteins Schafzüchter sind mit dem „Wolfsmanagement 2.0“ zufrieden. „Wir haben hier ein ganz gutes Konzept“, sagte die Geschäftsführerin des Landesverbands, Janine Bruser. „Ich hoffe, dass es im Ernstfall auch so durchgeführt wird wie es besprochen wurde.“

Denn in den vergangenen 365 Tagen wurden in Schleswig-Holstein nur drei Wolfssichtungen dokumentiert:

  • Am 12. August in Tüschenbek im Kreis Herzogtum Lauenburg
  • Drei Tage später in Satrup im Kreis Schleswig-Flensburg
  • Am 20. Mai dieses Jahres tappte ein Wolf in der Gemeinde Linau im Kreis Herzogtum Lauenburg in eine Fotofalle

Das war's.

Niemand weiß, ob aktuell ein wilder Vierbeiner zwischen Flensburg und Pinneberg unterwegs ist. „Man kann nicht einmal sagen, ob momentan überhaupt Wölfe in Schleswig-Holstein leben“, sagte Wolf-Gunthram von Schenck vom Wolfsinformationszentrums in Eekholt. Derzeit gebe es im Land keine festen Wolfs-Territorien. Und die „Wanderer“ seien scheu und schnell: Ein Wolf läuft bis zu 70 Kilometer pro Tag, kann also Schleswig-Holstein in zwei bis drei Tagen durchwandern.

Kieler Umweltministerium will bessere Entschädigung für Viehzüchter

Mit dem Start des „Wolfsmanagement 2.0“ wurde die Zahl der über das ganze Land verteilten sogenannten Wolfsbetreuer von knapp 40 auf über 70 nahezu verdoppelt. Damit soll eine möglichst vollständige Abdeckung aller Landesteile erreicht und eine schnelle Unterstützung betroffener und interessierter Bürger gewährleistet werden, sagte Ministeriumssprecherin Ohlhoff.

Außerdem bemüht sich das Kieler Umweltministerium in Brüssel für eine bessere Entschädigung der Viehzüchter. Bislang bekommen Antragsteller maximal 15.000 Euro in drei Steuerjahren. Mehr Geld gilt bislang rechtlich als unerlaubte Beihilfe. Die Kieler Politiker wollen, dass die Zahlungen von der Europäischen Union als Artenhilfsmaßnahme anerkannt werden. Dann können auftretende Schäden über die bislang geltende Obergrenze hinaus durch das Land ersetzt werden, sagte Ohlhoff.

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