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Prozess in München : NSU soll Anschläge in Kiel geplant haben

vom

Ein pensionierter Ermittler verweist im NSU-Prozess auf Stadtpläne. Auch ein CDU-Parteibüro soll darunter sein.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2015 | 10:31 Uhr

Kiel/München | Die mutmaßlichen Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ sollen einem pensionierten Ermittler zufolge auch Anschlagziele in Kiel ausgespäht haben. Der ehemalige Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes trat am Donnerstag als Zeuge im Münchner NSU-Prozess auf und verwies auf Stadtpläne, auf denen islamische, türkische und christliche Einrichtungen eingezeichnet seien. Auch ein Parteibüro der CDU sei darunter.

Hauptangeklagte im NSU-Prozess ist Beate Zschäpe. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr Mittäterschaft an allen Verbrechen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ vor, darunter die Serie von zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen. Ein Opfer, ein 31-jähriger Obst- und Gemüsehändler, stammt aus Hamburg-Bahrenfeld. Dort wurde er 2001 erschossen.

Straftaten des NSU in Kiel sind bisher nicht bekannt. Der pensionierte Ermittler sagte, die eingezeichneten Ziele auf der Karte seien mit der Datenbank der Polizei abgeglichen worden.

Bereits in der Vergangenheit wurde immer wieder spekuliert, dass der NSU Kontakte nach Schleswig-Holstein pflegte. So berichtete der NDR im Jahr 2012, dass das NSU-Trio Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe mehr als 20 Orte im Norden für Attentate im Visier gehabt hätten. Die Bundesanwaltschaft soll viele der Spuren, die nach Schleswig-Holstein führten, nicht hinreichend verfolgt haben, hieß es seinerzeit in dem Bericht.

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