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Unternehmensverband : Nord-Wirtschaft fordert Begrenzung der EEG-Umlage

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Firmen, die viel Energie verbrauchen, halten sich mit Investitionen in Schleswig-Holstein zurück. Umweltminister Robert Habeck will den Zuwachs von Windkraft- und Solaranlagen deckeln.

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Rendsburg | Steigende Stromkosten als Folge des Erneuerbare-Energien-Gesetzes bereiten dem Unternehmerverband Nord zunehmend Sorgen. „Wir brauchen eine Begrenzung der EEG-Umlage“, sagte Verbandspräsident Uli Wachholtz am Montag nach einem Gespräch mit Umweltminister Robert Habeck (Grüne) in Rendsburg. Mit der EEG-Umlage werden die Kosten für die Förderung von erneuerbaren Energiequellen auf alle Verbraucher verteilt.

Wachholz betonte, dass weiter steigende Stromkosten die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft gefährdeten. Die Folgen seien schon jetzt spürbar. Firmen aus Branchen mit hohem Energiebedarf hielten sich mit Investitionen zurück.

Habeck signalisierte Verständnis für die Belange der Unternehmen. „Für die Landesregierung ist es von höchstem Interesse, dass Schleswig-Holstein ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleibt“, sagte er. In Berlin trifft er am heutigen Dienstag mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zusammen. Dabei soll es um Gabriels Plan gehen, die Kapazität von Windanlagen an Land und Solaranlagen künftig auf einen jährlichen Zuwachs von 2,5 Gigawatt zu begrenzen. Habeck will unter anderem erreichen, dass die Modernisierung bestehender Anlagen davon ausgenommen wird.

Unterdessen wurde eine Studie bekannt, nach der die Ökostrom-Umlage mit weniger Industrie-Rabatten und mit dem geplanten „Energie-Soli“ um bis zu 20 Prozent sinken könne. Voraussetzung ist demnach, dass die Industrie-Nachlässe im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auf energieintensive und im internationalen Wettbewerb stehende Unternehmen begrenzt werden sowie die Eigenstromerzeugung mit einer Mindestabgabe belastet wird. Dann könnte die Umlage statt 6,24 Cent je Kilowattstunde 5 Cent betragen, so die Studie des Öko-Instituts im Auftrag der Denkfabrik Agora Energiewende. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden könnte so um 45 Euro im Jahr entlastet werden. Die EU-Kommission verlangt von Deutschland eine Einschränkung der Rabatte für die Industrie.

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