Parteitag in Rendsburg : Nord-Grüne wählen Kandidaten für Bundestag

Die beiden Spitzenkandidaten der Nord-Grünen zur Bundestagswahl 2009: Ingrid Nestle und Konstantin von Notz.
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Die beiden Spitzenkandidaten der Nord-Grünen zur Bundestagswahl 2009: Ingrid Nestle und Konstantin von Notz.

Ihr Wahlkampfthema ist nicht neu, ihre Spitzenkandidaten sind es schon. Ingrid Nestle (30) und Konstantin von Notz (37) sollen für die Nord-Grünen 2009 in den Bundestag ziehen.

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02. November 2008, 03:44 Uhr

Mit einem jungen Gesicht gehen die schleswig-holsteinischen Grünen in den Bundestagswahlkampf 2009. Sie wählten auf ihrem Landesparteitag in Rendsburg die 30 Jahre alte Energieexpertin Ingrid Nestle aus Flensburg zur Spitzenkandidatin.
Nestle ist wissenschaftliche Mitarbeiterin für Umwelt- und Energiemanagement an der Uni Flensburg. Sie setzte sich im dritten Wahlgang mit 58 von 106 Stimmen gegen insgesamt drei Gegenkandidatinnen durch: die Landtagsabgeordnete Angelika Birk, die Ex-Landeschefin Monika Obieray sowie die stellvertretende Wedeler Bürgermeisterin Valerie Wilms.
Der Klassiger als Wahlkampfthema
Auf Listenplatz 2 kam ebenfalls ein Jüngerer: Der 37 Jahre alte Möllner Jurist Konstantin von Notz setzte sich im ersten Wahlgang klar gegen den Landtagsabgeordneten Detlef Matthiessen und den Sozialpolitiker Arfst Wagner durch. Von Notz riss die Delegierten mit einem flammenden Appell für Freiheits- und Bürgerrechte von den Sitzen. Die derzeitigen Bundesabgeordneten der Nord-Grünen, Grietje Staffelt und Rainder Steenblock, werden zur Wahl 2009 nicht wieder antreten.
Zentrales Thema der Nord-Grünen im Bundestagswahlkampf soll ein grüner Klassiker sein: der Atomausstieg. Das kündigte die Landesvorsitzende Marlies Fritzen auf dem Parteitag an. "Wir werden dafür kämpfen, dass der Atomausstieg unumkehrbar wird", sagte sie.
Dazu passten die Plakate im Bürgersaal des Hohen Arsenals in Rendsburg. Darauf stand: "Atomkraft? Nicht schon wieder!"
Als Gastrednerin war die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast in den Norden gereist. Sie kritisierte die Pläne der Bundesregierung, Neuwagenkäufer von der Kraftfahrzeug-Steuer vorübergehend zu befreien, um das schleppende Autogeschäft anzukurbeln. Da mit der Autogröße auch die steuerliche Entlastung steige, "handele es sich um ein steuerfinanziertes Programm zur Förderung des Porsches Cayenne", sagte Künast. "Das werden wir nicht mitmachen." Zudem forderte sie "eine radikale Abschmelzung des Dienstwagenprivilegs sowie ein Tempolimit auf Autobahnen".

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