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Umfrage : Nord-Grüne stehen zur Kieler Koalition und zu Albig

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Kritik ja, Absetzbewegungen nein: Die Grüne sieht trotz Verstimmungen weiterhin in Torsten Albig den richtigen Mann als Ministerpräsidenten. Das Bündnis mit SPD und SSW werde bis 2017 halten, erwarten die Kreisverbände.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Kiel | Die Basis der Grünen in Schleswig-Holstein steht trotz der jüngsten Querelen in der Kieler Koalition mit SPD und SSW weiterhin zu dem Regierungsbündnis und zu Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). Dies ergab eine Umfrage unter den Kreisverbänden. Etwas reservierter fielen dabei die Kommentare über den Regierungschef aus. Eine Alternative zur aktuellen Koalition sehen die Grünen in dieser Wahlperiode nicht. Auch die Rücktritte von Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) und Innenminister Andreas Breitner (SPD) oder Albigs Alleingang bei der Verlegung des Wissenschaftsressorts in das Sozialministerium änderten daran nichts. Kiels Grünen-Chefin Claudia Ulrich sieht die Lage insgesamt positiv. „Wir sind überwiegend der Überzeugung, dass die Koalition gute Arbeit macht.“ Ob Albig noch der richtige Mann sei?: „Im Moment schon“, sagte Ulrich.

An der Basis in Lübeck herrsche eine „hohe Toleranz“, sagte der dortige Grünen-Chef Roland Vorkamp. „Wir kennen ja die schleswig-holsteinischen Verhältnisse.“ Vorkamp rechnet mit der Koalition bis 2017. Albig sei weiter der Richtige. „Er ist auf jeden Fall der bessere Mann als Ralf Stegner“, sagte Vorkamp. Die Frage nach Alternativen zu Rot-Grün-Blau stelle sich aktuell nicht.

Der Kreisverband Pinneberg sieht mit den Neubesetzungen mit den Ministern Britta Ernst (Bildung) und Stefan Studt (Innen/beide SPD) sowie dem Grünen Thomas Losse-Müller als Staatskanzleichef Kontinuität und Qualität gewährleistet. „Es gibt keinerlei Gründe, warum das Bündnis nicht halten sollte, sagte die Kreisvorsitzende Resy de Ruijsscher. Albig führe die Koalition erfolgreich.

Auch Ostholsteins Grünen-Kreischefin Gaby Braune sieht derzeit keine Alternative. Schwierigkeiten hätten die Grünen mit Albig, der als beratungsresistent gelte. „Er tritt auf und sofort ist für ihn klar, dass er immer recht hat“, sagte Braune. Sie erwartet, dass das Bündnis bis 2017 halten kann, auch wenn im Moment die Stimmung vor Ort nicht so gut sei, sondern etwas bedrückt.  

Der Plöner Grünen-Chef Karl-Martin Hentschel steht auch zu Albig. „Ich schätze an ihm, dass er nicht Partei ergreift in der Koalition für die SPD. Er ist für das ganze Bündnis da“, sagte der frühere Vorsitzende der Landtagsfraktion. Die Stimmung sei gut, weil die Grünen mit Monika Heinold (Finanzen) und Robert Habeck (Umwelt) Super-Minister stellten. Ob die Koalition bis 2017 hält, hänge ganz wesentlich vom Management der Staatskanzlei ab. Mit Losse-Müller sei dort nun ein guter Mann am Werk. Er sei mit der Koalition sehr zufrieden, sagte Hentschel.

In Rendsburg-Eckernförde meint der Kreisvorsitzende Raoul Steckel, die Grüne Basis beurteile die Lage gelassener als die Presse. Albig habe bei der Änderung des Ressortzuschnitts unglücklich gehandelt, sich aber entschuldigt. „Ich glaube fest, dass die Koalition hält und Torsten Albig Ministerpräsident bleibt“, sagte Steckel. Die Berufung eines Grünen zum Staatskanzleichef zeige parteiübergreifendes Denken. In Nordfriesland, wo die Grünen ein „Jamaika“-Bündnis mit CDU und FDP bilden, sieht Kreisgeschäftsführerin Kerstin Mock-Hofeditz „ziemlich große Gelassenheit“. Die Koalition könne auf jeden Fall bis 2017 halten. Auch die Flensburger Grünen sehen das laut Kreisparteichefin Benita von Brackel-Schmidt so. Ob Albig noch der Richtige sei? „Wenn solche Alleingänge nicht wieder vorkommen – warum nicht?“

In seinem Segeberger Kreisverband nimmt Grünen-Landeschef Peter Stoltenberg direkte Kritik an Albig nicht wahr. „Ich denke, dass die Koalition halten kann, wenn wir zu der vielbeschworenen Sacharbeit zurückfinden.“ Grund zum Nachdenken über Alternativen sehe er nicht, sagte Stoltenberg. Und über 2017 hinaus? „Dann wird man neu sehen.“ 

Die Grünen im Herzogtum Lauenburg erwarten auch, dass die Koalition hält. „Da müssten schon besondere Dinge passieren“, sagte die Kreistagsfraktionschefin Annelore Granz. Alternativen seien ohnehin nicht in Sicht. Genauso sieht das die Kreisvorsitzende in Stormarn, Magdalena Ohm. „Die Stimmung im Kreisverband ist gut und wir spüren keine Auswirkungen auf unsere Arbeit durch die Situation in Kiel.“ 

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