Homo-Ehe in Deutschland : Nord-FDP: Bundes-CDU bleibt ein Bremsklotz

Heiner Garg (FDP) regt einen Pakt aller Fraktionen im Norden für die Homo-Ehe an: „Ein starkes einstimmiges Signal für Menschenrechte aus Schleswig-Holstein nach Berlin“.

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26. Mai 2015, 17:38 Uhr

Kiel | Der CDU-Fraktionschef im schleswig-holsteinischen Landtag, Daniel Günther, hat sich für eine Öffnung der Ehe für Homosexuelle ausgesprochen. Er freue sich darüber, dass die überwiegend katholischen Bürger in Irland sich so deutlich für die völlige Gleichstellung homosexueller Paare mit der klassischen Ehe von Mann und Frau ausgesprochen haben, sagte der bekennende Katholik Günther am Dienstag in Kiel. „Ich wünsche mir und werbe dafür, dass wir diese Gleichstellung auch in Deutschland schnell erreichen. Meine Wahrnehmung ist, dass die Zustimmung in der Bevölkerung für diesen Schritt sehr hoch ist.“

Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion, Heiner Garg, machte umgehend ein Angebot, einen Pakt aller Parteien im Norden für die Ehe für alle Menschen zu schließen. „Ein starkes einstimmiges Signal für Menschenrechte aus Schleswig-Holstein nach Berlin“ befördere hoffentlich den Mut von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) und bringe Bundeskanzlerin Angela Merkel hoffentlich dazu, ihre bislang ablehnende Haltung noch einmal zu überdenken.

Garg, der seit langem einen männlichen Partner hat, hielt Merkel und der CDU vor, diese selbstverständliche Gleichstellung bislang zu verhindern: „Es ist bis heute die CDU, die homosexuelle Menschen diskriminiert und uns genau dieses Recht auf Eheschließung vorenthält.“

Rasmus Andresen (Grüne) kündigte eine Landtagsinitiative an. „Wir werden der CDU Fraktion in der nächsten Landtagstagung die Gelegenheit geben, ihr Abstimmungsverhalten für die Öffnung der Ehe zu korrigieren“, sagte der stellevertretende Fraktionsvorsitzende.

Auch der SSW begrüßte die Aussagen des CDU-Fraktionschefs. „Die Wahrnehmung trügt den Fraktionsvorsitzenden nicht: Die Zustimmung für einen solchen Schritt in der Bevölkerung ist sehr groß. Das ist sie bereits seit einiger Zeit. Nur eben nicht in der CDU“, sagte der SSW-Vorsitzende Lars Harms.

Als erstes EU-Land hatte das katholisch geprägte Irland am Freitag in einer Volksabstimmung eindeutig für die völlige Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der Ehe zwischen Mann und Frau gestimmt. In der CDU tun sich konservative Kreise weiterhin schwer mit der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare.

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