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Weitere A7-Baustelle : Neue Rader Hochbrücke soll ab 2022 gebaut werden

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Innerhalb von vier Jahren soll die Brücke fertig sein. Was noch über die nächste Großbaustelle bekannt ist.

Die marode Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal: Diesmal soll es schnell gehen. 2022 könne mit dem Bau einer neuen Brücke begonnen werden, sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) gegenüber dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z). Vier Jahre später könne das Projekt „stehen“.

Die Rader Hochbrücke ist die zentrale Verbindung Schleswig-Holsteins über den Nord-Ostsee-Kanal. Die Bauarbeiten werden massive Auswirkungen auf den Verkehr im Land haben.

Die Kosten für das Ersatzbauwerk beliefen sich „nach derzeitigen Schätzungen“ auf 270 Millionen Euro, sagte Meyer. Um zu verhindern, dass wie bei anderen Großvorhaben die Kosten aus dem Ruder laufen, werde der Brückenneubau als „Modellprojekt für kostenstabiles bauen“ vorangetrieben.

Meyer bekräftigte seine Absicht, dass die neue Brücke gleich für einen möglichen sechsstreifigen Ausbau ausgerüstet werde. Diese Frage werde im laufenden „beschleunigten Verfahren“ zu klären sein. Bei der alten Brücke, die nach Einschätzung von Experten noch eine Lebensdauer von etwa elf Jahren hat, gibt es nur jeweils zwei Spuren in jede Fahrtrichtung.

Wegen der laufenden Bauarbeiten auf der Autobahn A7 zwischen Hamburg und dem Bordesholmer Dreieck kommen auf die Autofahrer im kommenden Jahr sechs Vollsperrungen zu. Alle zwischen 12 und 55 Stunden dauernden Sperrungen auf Deutschlands meistbefahrener Nord-Süd-Achse seien außerhalb der Ferienzeiten sowie möglichst nachts und an Wochenenden geplant, sagte der Bereichsleiter der DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, Bernd Rothe. Bereits in diesem Jahr musste die Autobahn wegen der Bauarbeiten mehrfach kurzzeitig gesperrt werden. „Jede Baustelle ist eine Zumutung, das heißt auch die A7-Baustelle ist natürlich eine Zumutung“, räumt Verkehrsminister Meyer ein. Doch sie sei unumgänglich.

Die A7-Baustelle ist die derzeit längste in ganz Deutschland. Die Bauarbeiten von Bordesholm bis Hamburg-Nordwest dauern den Angaben zufolge noch bis Ende 2018. Dazu gehören unter anderem der Bau oder die Sanierung von 72 Brücken, 15,4 Kilometer Lärmschutzwand und der Bau eines 550 Meter langen Tunnels in Hamburg-Schnelsen. 

Kommentar: Bitte keine Einsprüche!

(von Jürgen Muhl)

Es ist ruhig geworden um die Rader Hochbrücke, die noch vor gut zwei Jahren Zigtausende von Urlaubern, Spediteure, Busunternehmen und die Auto fahrende Gesellschaft im allgemeinen nur schwer in den Schlaf kommen ließ. Der marode Zustand der jetzt 43 Jahre alten Brücke hatte Auswirkungen mit einer Reichweite von bis zu 100 Kilometern. Musste doch der Lkw-Verkehr großflächig umgeleitet werden. Die Einwohner der betroffenen Ortschaften denken mit Schaudern zurück. Lange Lkw-Schlangen rollten durch die Dörfer, deren Fahrbahnen inzwischen größtenteils erneuert werden mussten. Während der Reparaturarbeiten wurde die Bedeutung der Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal überaus deutlich. Sie ist das meistbefahrene Bauwerk im Skandinavienverkehr, der nach oder über Deutschland hinaus führt. Eine transeuropäische Verbindung also.

Runter mit dem Tempo. Neu installierte Dauerblitzer sollen den Verkehr auf der Brücke disziplinieren. Je langsamer gefahren wird – was vor allem auf den Lkw-Verkehr zutrifft – umso länger hält die Brücke. Sagen die Statiker. Mit dem Zustand des Stahlbetons ist es also nicht zum Besten gestellt. Elf Jahre, so die Berechnungen, werde die Brücke noch halten. Dann, im Jahr 2026, soll die neue Brücke fertig sein. Ganz in der Nähe der alten, möglichst sechsspurig, wie Verkehrsminister Reinhard Meyer sagt.

Der Minister hat also ganz genau rechnen lassen. Das Höchstalter wird in Anspruch genommen. Es darf nicht viel passieren. Wie neue Schäden an, unter oder auf der Brücke. Andernfalls könnte der Zeitplan durcheinander geraten. Oder – was viel wahrscheinlicher ist – irgendwelche Naturschützer, Behörden oder anliegende Gemeinden reichen Klagen ein. Grüne Einsprüche gehören zum Alltag. Minister Meyer kann ein Lied davon singen, wie die jüngsten Ereignisse rund um die geplante A20 zeigen. Fledermäuse, ein Adlerhorst – allein die Planungsphase dauert hier vier Jahre länger. 2022 soll am Kanal Baubeginn sein. Wenn nichts dazwischenkommt. Was in diesem Land kaum zu glauben ist.

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erstellt am 14.Dez.2015 | 19:52 Uhr

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