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Wegen Reparaturen : „Mircea“ wird Ersatz für Segelschulschiff „Gorch Fock“

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Der deutsche Marine-Nachwuchs wird vorübergehend auf dem rumänischen Großsegler seine Segelausbildung machen.

Kiel/Rostock | Als Ersatz für die „Gorch Fock“ wird die deutsche Marine den rumänischen Dreimaster „Mircea“ vorübergehend als Segelschulschiff für den Offiziersnachwuchs nutzen. Eine entsprechende Vereinbarung sei mit der rumänischen Marine getroffen worden, teilte die Marine am Montag in Rostock mit. Die „Gorch Fock“ wird seit über einem Jahr repariert - für 75 Millionen Euro.

Die „Mircea“ ist wie die 1958 gebaute „Gorch Forck“ ein Dreimaster und mit 82 Metern ähnlich groß. Die rumänische Bark ist das einzige baugleiche Schwesterschiff der älteren „Gorch Fock I“, die 1933 in Dienst gestellt wurde und heute in Stralsund im Hafen liegt. Die „Mircea“ wurde wie die beiden „Gorch Fock“ in Hamburg auf der Werft Blohm + Voss gebaut und 1938 in Dienst gestellt. Seitdem ist das Schiff mit Unterbrechungen im Besitz der rumänischen Marine.

 

Vizeadmiral Rainer Brinkmann, Stellvertreter des Inspekteurs der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte, hatte bereits Ende Februar die Entscheidung für die „Mircea“ angekündigt. Es sollte aber noch geprüft werden, ob sich die Sicherheitsstandards der „Gorch Fock“ auch auf der „Mircea“ erfüllen ließen. „Wir werden diese Standards nicht unterschreiten“, sagte Brinkmann. Er wird die Vereinbarung am Donnerstag in Rostock erläutern.

Nachdem zwei Kadettinnen 2008 und 2010 auf Ausbildungsfahrten der „Gorch Fock“ zu Tode kamen, wurde die Sicherheit auf der „Gorch Fock“ verbessert und zudem ein Übungsmast auf dem Gelände der Marineschule Flensburg-Mürwik errichtet. „Wir versprechen uns, dass die nautischen, seemännischen Fähigkeiten, aber auch soziale Teamfähigkeit auf der ,Mircea' gut vermittelt werden können“, sagte Brinkmann im Februar. Die Marine plane, im Sommer mit der „Mircea“ auszulaufen. So könnte auch die derzeitige Offiziersanwärter-Crew noch das Schiff nutzen.

Die Reparaturkosten für die „Gorch Fock“ stiegen von 10 auf 75 Millionen Euro, weil immer neue Schäden entdeckt wurden. Im Januar entschied Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), dass die „Gorch Fock“ dennoch saniert und dann bis mindestens 2030 zur Verfügung stehen wird.

Brinkmann geht davon aus, dass die „Gorch Fock“ 2018 wieder auf Ausbildungsfahrt gehen kann. Ein Segelschulschiff sei für die Offiziersausbildung genau das Richtige: „Weil wir dort das seemännische, nautische Rüstzeug vermitteln können. Weil wir die Eigentümlichkeiten der Seefahrt in einer besonderen Situation und Enge vermitteln können, was Teamfähigkeit, das wechselseitige Verlassen auf den Partner, die Erfahrung eigener Leistungsgrenzen angeht.“ Brinkmann verwies darauf, dass selbst China prüfe, ein Großsegelschiff für die Ausbildung von Kadetten zu nutzen.

Mit einem Charterschiff hat die Marine bereits gute Erfahrungen gemacht - mit der norwegischen „Staatsraad Lehmkuhl“ im Jahr 2000. Allerdings könne ein Charterschiff nur eine Ersatzlösung sein, da es nur einen Teil der Ausbildungsziele ermögliche, sagte Brinkmann.

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erstellt am 24.Apr.2017 | 19:18 Uhr

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