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Ostsee-Kooperationen : Ministerpräsident Albig besucht baltische Staaten

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Lettland war die erste Station der Baltikumreise von Ministerpräsident Albig. Mit Staatspräsident Berzins sprach er über Gemeinsamkeiten und mögliche Kooperationen.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 10:00 Uhr

Riga | Es ist die Suche nach Gemeinsamkeiten, die Torsten Albig ins Baltikum treibt. Am ersten offiziellen Tag seiner Reise in die drei baltischen Länder hat der schleswig-holsteinische Ministerpräsident in Lettland mehr als genug Gelegenheit dazu. Empfangen wird er wie ein Staatsgast. "Was für ein schöner Blick", sagt Albig, als er von Staatspräsident Andris Berzins im Lübeck-Saal in der Präsidialkanzlei in Riga begrüßt wird.
Der Ministerpräsident hat freien Blick auf ein riesiges historisches Gemälde, das die deutsche Hansestadt zeigt - und immer wieder wird er daran erinnert, wie stark die Verbindungen zwischen den Ostseestaaten zu Zeiten der Hanse einmal waren. Dass es wieder so werden soll, daran lassen die lettischen Spitzenpolitiker, die Albig trifft, keinen Zweifel. "Lettland ist ein investitionsfreundliches Land", wirbt Ministerpräsident Valdis Dombrovskis, und Albig nickt dazu. "Wir leben am selben Meer", sagt er. Und zeigt gleich auf, welche Kooperationen er sich vorstellen kann. Die Letten hätten sich sehr für duale Ausbildungsgänge in Betrieben und an Hochschulen interessiert. "Und auch was das Know-how in der Abfallwirtschaft angeht, können Schleswig-Holsteiner beratend tätig sein", sagt Albig. Dazu müssten die Ostseestaaten auch international wieder stärker mit einer statt mit mehreren Stimmen sprechen. "Ich sehe da großes Interesse."
Interessiert verfolgt Albig auch die Ausführungen des Ministerpräsidenten, der in der Finanzkrise 30 Prozent der Staatsbediensteten entlassen und den restlichen das Gehalt um 40 Prozent gekürzt hat, um das Land zu konsolidieren. "Und trotzdem wurde er wieder gewählt", sagt Albig, "auch wenn dieser Kurs nicht meine Zielvorstellung ist". Es zeige aber, dass eine Gesellschaft einen Sparkurs solidarisch mittragen könne, so der Ministerpräsident, dem in der Heimat die Beamten Druck machen, weil er den Tarifabschluss der Angestellten nicht auf sie überträgt. Da enden doch die Gemeinsamkeiten - vorerst.

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