Umweltministerkonferenz : Minister einig: Bauern können mehr Geld für Wolfsabwehr bekommen

Das Auftauchen des Wolfs sorgt für Zündstoff in Schleswig-Holstein. Es ist eine Debatte darüber entbrannt, wie mit dem Raubtier umzugehen ist.
Das Auftauchen des Wolfs sorgt für Zündstoff in Schleswig-Holstein. Es ist eine Debatte darüber entbrannt, wie mit dem Raubtier umzugehen ist.

Es soll mehr Geld für die Vorsorge geben. Auch das gezielte Töten von auffälligen Wölfen wurde diskutiert.

shz.de von
09. November 2018, 17:19 Uhr

Bremen/Kiel | Die Länder dürfen Investitionen von Bauern in Vorsorgemaßnahmen gegen Risse von Weidetieren durch Wölfe künftig zu 100 Prozent finanzieren. Dies habe die EU-Kommission sichergestellt, teilte der Kieler Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) am Freitag mit. Damit könne das Land die Halter noch intensiver beim Herdenschutz unterstützen.

„Es ist darüber hinaus ein Erfolg, dass es abgestimmte, klare Leitlinien für die ausnahmsweise Entnahme von artenschutzrechtlich streng geschützten Wölfen gibt und die Länder und der Bund gemeinsam den rechtssicheren Rahmen dazu absichern“, sagte Albrecht nach der Konferenz der Umweltminister in Bremen. „So können Artenschutz und Herdenschutz gleichermaßen umgesetzt werden.“ Mit dem Begriff „Entnahme“ ist das Töten der Tiere gemeint.

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Bisher konnten die Halter von Weidetieren wie Schafe und Rinder nur bis zu 80 Prozent der Kosten zum Beispiel für wolfssichere Zäune oder Herdenschutzhunde vom Staat ersetzt bekommen. Kostenlos stellt das Land Bauern bereits Herdenschutzpakete zur Verfügung. „Es bestand unter den Umweltministern Einigkeit darin, dass es einer rechtssicheren Grundlage zur Entnahme von problematischen Wölfen zum Schutz der Weidetierhaltung bei Einhaltung der notwendigen Präventionsmaßnahmen bedarf“, berichtete Albrecht aus der Konferenz in Bremen.

In Schleswig-Holstein gab es in diesem Jahr schon rund 50 nachgewiesene Risse von Wölfen.

 
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