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Rader Hochbrücke : Meyer will neuen Kanaltunnel

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Der Kieler Verkehrsminister wünscht sich eine gemeinsame Unterquerung für die A7 und die Bahnlinie bei Rendsburg.

shz.de von
erstellt am 21.Sep.2013 | 00:31 Uhr

Rendsburg/Kiel | Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer plädiert dafür, einen kombinierten Straßen- und Schienentunnel als Ersatz für die marode Rader A7-Hochbrücke und die altersschwache Rendsburger Eisenbahnhochbrücke unter dem Nord-Ostsee-Kanal zu bauen. „So, wie sich die Situation darstellt, bin ich für eine Tunnel-Lösung“, sagte der SPD-Politiker. Sie sei vor allem für den Bahnverkehr „effektiver und praktikabler als eine Brücke“.

So halte eine Brücke den Zugverkehr auf der Linie Flensburg-Hamburg unnötig auf, weil dann wie heute eine lange Gleisschleife nötig sei, um den Höhenunterschied zwischen dem kurz vor dem Kanal gelegenen Rendsburger Stadtkern samt Bahnhof und der Hochbrücke zu überwinden. „Bei einem Tunnel hat man bessere Möglichkeiten“, sagte Meyer. Jedoch gebe es noch technische Probleme zu klären. Vor allem wäre es aufwendig, die Bahnlinie mit der bisher sechs Kilometer entfernt verlaufenden A7 für ein gemeinsames Querungsbauwerk zusammenzuführen.

Mit seinem Vorstoß konkretisiert der Minister eine Initiative der drei Kieler Regierungsfraktionen. Die hatten Anfang der Woche vom Bund den raschen Bau einer kombinierten Querung als Ersatzbauwerk für die zwei abgenutzten Kanalhochbrücken bei Rendsburg gefordert. „Wir sind übereinstimmend der Meinung, dass es in diese Richtung gehen soll“, hatte SPD-Landesvorsitzender Ralf Stegner erklärt. Auch der SSW und sogar die Grünen sprachen sich dafür aus.

Minister Meyer mahnte zudem einen schnelleren Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals an und kritisierte seinen Bundeskollegen Peter Ramsauer (CSU). Der habe entgegen einer Zusage auf der maritimen Konferenz im April in Kiel noch immer keinen Finanzierungsplan für die voraussichtlich 1,4 Milliarden Euro teure Modernisierung, Verbreiterung und Vertiefung des Kanals vorgelegt – geschweige denn den angekündigten Vertrag mit Schleswig-Holstein über die weiteren Ausbauschritte. „Ramsauers Staatssekretär Enak Ferlemann hat vor drei Monaten eine solche Vereinbarung zwischen Bund und Land angeregt, wir haben daraufhin unser Interesse bekundet – aber seitdem nichts mehr gehört!“, schimpfte Meyer. Er habe deshalb das Gefühl, „dass wir nur Beruhigungspillen vor der Bundestagswahl bekommen haben“.

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