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A7 über dem Nord-Ostsee-Kanal : Meyer bestätigt: Rader Hochbrücke hält zwölf Jahre

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Es ist offiziell. Die Rader Hochbrücke ist in zwölf Jahren kaputt. Brücke oder Tunnel? Und was wird aus der Bahnstrecke? Wirtschaftminister Meyer macht der Widerstand aus Berlin Sorgen.

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2014 | 13:13 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer hat nach einem Arbeitstreffen der Verkehrsressorts von Bund und Land erstmals offiziell bestätigt, dass die vielbefahrene Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal voraussichtlich nur noch zwölf Jahre hält. „Nach Einschätzung der Gesprächspartner haben sich die bereits vermuteten Ergebnisse im Hinblick auf eine zu erwartende Restlebensdauer der Brücke von zwölf Jahren verfestigt“, sagte Meyer. Damit bekräftigte der SPD-Politiker vorab bekannt gewordene Berechnungen aus einem noch nicht ganz abgeschlossenen statischen Gutachten.

Meyer forderte, nun rasch mit der Vorbereitung für einen Ersatzbau zu beginnen, und rückte dabei vorsichtig von seiner Forderung ab, einen kombinierten Tunnel für Straße und Schiene zu planen, der nicht nur den Autoverkehr der A 7 aufnehmen soll, sondern auch den Zugverkehr der Linie Flensburg-Hamburg. „Ein Ersatzbauwerk, ob Brücke oder Tunnel, hat für uns höchste Priorität“, sagte Meyer. Sein Bundeskollege Alexander Dobrindt (CSU) hält einen Tunnel für Straße und Schiene für unnötig, da die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke noch 30 Jahre hält. Zudem sei ein solcher Tunnel in zwölf Jahren nicht zu bauen, weil die Bahnlinie erst verlegt werden müsste. Während eine Brücke oder ein Straßentunnel nach Schätzung von Experten 200 bis 300 Millionen Euro kosten würde, käme ein kombinierter Tunnel wohl auf fast eine Milliarde.

Meyer bedauerte den Widerstand aus Berlin: „Es ist schwer, den Bund davon zu überzeugen, langfristige Antworten zu finden“, sagte er und regte an, zunächst nur einen Straßentunnel zu bauen und später eine weitere Röhre für die Bahn: „Der Elbtunnel hatte ja auch nicht von Anfang an vier Röhren“, sagte Meyer.

Der Kieler Minister kündigte an, dass er gleich nach endgültigem Abschluss des Statik-Gutachtens mit Dobrindt über den Start für einen Ersatzbau verhandeln wolle: „Wir werden Gespräche auf Staatssekretärsebene für den Juni vereinbaren, um mit dem Bund zu einer schnellen Entscheidung zu kommen – damit wir erforderliche Planungen unverzüglich beginnen können“, sagte Meyer. Für ihn ist der Ersatz der Rader Hochbrücke „das wichtigste Projekt überhaupt“ im Land.

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