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Stadtentwicklung : Metropolregion Hamburg kämpft gegen das Dörfersterben

vom
Aus der Onlineredaktion

Wieso man in Neumünster am Dienstag auch über Hamburg und Dörfer aus Niedersachsen spricht, erklärt shz.de.

von
erstellt am 17.Nov.2014 | 20:45 Uhr

Neumünster | Die Großstädte wachsen, während die kleinen Dörfer um ihr Überleben kämpfen. Der demografische Wandel stellt Städte wie Gemeinden vor große Herausforderungen. In Neumünster fällt am Dienstag der Startschuss für ein Leitprojekt. Das Ziel: Wohn- und Lebensqualität sichern – auch wenn die Einwohnerzahl sinkt und die Bevölkerung immer älter wird. Initiiert wird das Projekt von der Metropolregion Hamburg. Aber was ist das eigentlich für ein Verbund? shz.de mit Fragen und Antworten.

Was ist eine Metropolregion?

Metropolregionen sind stark verdichtete Regionen von hoher internationaler Bedeutung. Kernstädte und ihr Umland wie die Metropolregion Hamburg sind die primäre Stadtform in Europa. In Deutschland gibt es insgesamt elf Metropolregionen (Karte). An die Metropolregion Hamburg grenzen die Metropolregion Bremen/Oldenburg, die Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg und die Metropolregion Berlin/Brandenburg. Die Metropolregion Hamburg ist die sechstgrößte Metropolregion in Deutschland. Die größte ist der Bereich Rhein-Ruhr mit 11,69 Mio. Einwohnern.

Wer gehört zur Metropolregion Hamburg?

Die Metropolregion Hamburg ist weit mehr als Hamburg. Es handelt sich um einen Verbund aus rund 1000 Orten in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein. In Schleswig-Holstein gehören die Kreise Herzogtum-Lauenburg, Segeberg, Steinburg, Stormarn, Pinneberg, Dithmarschen und Ostholstein zur Metropolregion. Seit 2012 sind auch die kreisfreien Städte Neumünster und Lübeck Teil des Verbunds.

Seit wann gibt es die Metropolregion Hamburg?

Die Metropolregion Hamburg hat ihren Ursprung bereits in den 50er Jahren. Damals wurden die Gemeinsamen Landesplanungen Hamburg/Schleswig-Holstein und Hamburg/Niedersachsen aufgesetzt. 1997 entstand aus ihnen die Gemeinsame Landesplanung Metropolregion Hamburg.

Wozu gibt es die Metropolregion?

Deutschland ist föderalistisch organisiert, das bedeutet, jedes Bundesland hat seine eigenen Aufgaben. „Es gibt allerdings auch Projekte, die besser länderübergreifend, wenn auch nicht bundesweit, angegangen werden“, erklärt Metropolregion-Sprecherin Marion Köhler. Das sind zum Beispiel die Themenbereiche Wohnen, Umweltschutz oder auch Verkehr. In diesen Bereichen initiiert die Metropolregion Projekte.

Wie finanziert sich die Metropolregion Hamburg?

Zum größten Teil stammt das Geld für Projekte aus Förderfonds. Sie sind das wichtigste Finanzierungsinstrument der regionalen Zusammenarbeit in der Metropolregion und wurden bereits vor 50 Jahren gegründet und durch einen Staatsvertrag zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein fortgeschrieben. Jährlich stehen der Metropolregion 2,7 Mio. Euro zur Verfügung.

Worum geht es in dem Projekt, das in Neumünster startet?

In Neumünster fällt am Dienstag der Startschuss für das Leitprojekt „Innenentwicklung“. In der Metropolregion Hamburg gibt es mehrere Leitprojekte. Sie beschäftigen sich immer mit landesübergreifenden Problemstellungen. Beim Leitprojekt „Innenentwicklung“ geht es um die Frage, wie Städte und Dörfer ihre Wohn- und Lebensqualität sichern können. Dabei stehen Städte eher vor dem Problem des zu großen Siedlungsdrucks, Wohnraum wird immer knapper und teurer. Dörfer hingegen schrumpfen, sind teilweise sogar vom Aussterben bedroht.

Das Leitprojekt teilt sich in fünf regionale Projekte in Bispingen, Buchholz, Brunsbüttel, Hamburg und Dannenberg. Die fünf Orte sollen in den nächsten drei Jahren versuchen, ihre eigenen Lösungen für eine aktive und qualitätvolle Innenentwicklung zu finden. Die Stadt Neumünster übernimmt als Projektträger die Federführung für das Gesamtprojekt. Evelyn Krüger vom Fachdienst Stadtplanung und Stadtentwicklung in Neumünster erklärt: „Wir werden die Erfahrungen aus den fünf Teilprojekten bündeln und geben sie an andere Kommunen weiter.“ Neumünster ist erst seit 2012 Mitglied der Metropolregion Hamburg und übernimmt nun das erste Projekt. Finanziert wird das Projekt mit 810.000 Euro aus einem Förderfonds. Neumünster erhält als Projektträger 100.000 Euro für die Koordination. Den Rest teilen sich die fünf Modellstädte.

Was soll in den fünf regionalen Projekten genau gefördert werden?

In Brunsbüttel soll in der Innenstadt altersgerechter Wohnraum geschaffen werden, um den von Leerständen gebeutelten Bereich zu beleben. In Buchholz in der Nordheide, wo viele Hamburg-Pendler wohnen, ist „Nachverdichtung“ des Stadtkerns das Thema, obwohl die Stadt in der Vergangenheit stark gewachsen ist.

Auch in Dannenberg sollen Leerstände und Brachflächen in der Innenstadt aktiviert sowie altersgerechtes Wohnen ermöglicht werden; in Bispingen sollen junge Leute in leere Wohnungen ziehen.

Für die Hamburger Stadtteile Hamm und Horn ist ein Konzept geplant, das eine verdichtete Wohnungsbebauung und mehr Grünflächen verknüpft.

 
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