Neumünster : Merkel bei CDU-Regionalkonferenz

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der CDU-Spitzenkandidat Jost de Jager (r.) bei der Regionalkonferenz in Neumünster. Foto: Dewanger
Bundeskanzlerin Angela Merkel und der CDU-Spitzenkandidat Jost de Jager (r.) bei der Regionalkonferenz in Neumünster. Foto: Dewanger

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zur CDU-Regionalkonferenz gekommen, um mit der Basis zu sprechen. Doch statt regionaler Themen war vor allem die Europa-Krise das Thema.

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03. Oktober 2011, 09:49 Uhr

Die beschlossene Ausweitung des Euro-Rettungsschirms ist für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) absolut alternativlos. "Damit der Euro insgesamt stabil bleibt, müssen wir uns gemeinsam unterstützen", sagte die CDU-Vorsitzende am Freitag auf einer Regionalkonferenz der Landesverbände Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern in Neumünster.
Notwendig seien allerdings aber auch verstärkte Anstrengungen der Euro-Staaten, sagte die Bundeskanzlerin. Der Weg müsse "aus der Schuldenunion hinein in eine Stabilitätsunion" führen. Das dauere zwar, werde am Ende aber dazu führen, dass Europa unabhängiger von Spekulanten und Finanzmärkten sei.


Thema Europa-Krise prägt Konferenz
Gemeinsames Ziel sei, dass "Europa besser aus der Krise herauskommt", als es hineingegangen sei, sagte Merkel. Sie fügte hinzu: "Ein Scheitern des Euros und ein Zerfall Europas würde dazu führen, dass wir in der Welt keine gemeinsame Stimme mehr haben. Und das will ich nicht."
Merkel warnte wegen des hohen Risikos einer möglichen Ansteckung anderer Euro-Staaten vor der einer weiteren Debatte um eine Insolvenz Griechenlands. Die Schritte müssten kontrollierbar sein. "Ich habe den Mut erst, wenn ich weiß, was am nächsten Tag geschieht." Umschuldungen müssten die "absolut äußerste Notmaßnahme" bleiben. Nach dem positiven Bundestags-Votum vom Donnerstag hatte am Freitag auch der Bundesrat die Erweiterung des Euro-Rettungsschirms EFSF gebilligt.
De Jager "genau der richtige Mann"
Die rund 900 CDU-Mitglieder an der Basis trieben aber auch andere Themen wie die Bundeswehrreform um. Merkel musste in Neumünster aber auch Kritik einstecken. "Meiner Meinung nach sollten sie diejenigen ranlassen, die es besser können", sagte ein CDU-Mitglied aus Schleswig-Holstein unter Pfiffen der Parteibasis.
Schleswig-Holsteins neuer CDU-Landeschef Jost de Jager zeigte sich gut sieben Monate vor der Landtagswahl zuversichtlich. "Wir treten hier in Schleswig-Holstein an, um zu gewinnen." Merkel betonte, der 46-Jährige sei für die Union "genau der richtige Mann". Die Veranstaltung in Neumünster war die fünfte von insgesamt sechs Regionalkonferenzen. Auf den Treffen will die Parteispitze mit ihren Mitgliedern im Vorfeld des Bundesparteitags in Leipzig über den Kurs der Christdemokraten diskutieren. Die letzte Regionalkonferenz ist am Dienstag in Magdeburg.
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