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Parteien in Schleswig-Holstein : Mehr Mitglieder: Grüne überholen FDP

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Für die Parteien gab es schon schlechtere Jahre als 2013. Von den sechs Landtagsparteien in Schleswig-Holstein verbuchten zwei Mitgliederzuwächse. Die Piraten werden immer weniger.

Kiel | Die Landtagsparteien in Schleswig-Holstein sind trotz einiger Auf und Abs mit wenig veränderter Mitgliederstärke in das neue Jahr gegangen. Die CDU musste 2013 zwar ein Minus von 345 hinnehmen, blieb aber mit fast 22.000 klar mitgliederstärkste Partei im Land. Die SPD, die in Deutschland insgesamt wieder die Nase vorne hat, lag mit gut 18.400 deutlich dahinter. Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa weiter ergab, überholten die Grünen nach dem drittplatzierten SSW die FDP, obwohl die Liberalen nach der Bundestagswahl deutlich mehr Eintritte verzeichneten als davor. Relativ gesehen hatten die Piraten den stärksten Rückgang.

Die CDU zählte für 2013 - hier zum Stichtag 30. November - 22.381 Mitglieder, nachdem es Ende 2012 noch 22.726 waren. 906 Eintritte konnten die 1251 Abgänge, Todesfälle eingeschlossen, nicht wettmachen. Nur fünf Austritte wurden nach CDU-Angaben mit politischen Motiven begründet.

Mit 18.442 Mitgliedern verbuchte die SPD zum 31. Dezember genau eines weniger als zwölf Monate zuvor. Dazu trugen erheblich die Eintritte bei, deren Zahl von 599 auf 937 stieg. Daran hatte der Mitgliederentscheid zum Berliner Koalitionsvertrag beträchtlichen Anteil.

Der SSW rangierte zum Jahresende mit 3690 Mitgliedern und einem Plus von 30 weiterhin auf Platz 3 im Norden. Danach gab es einen Positionswechsel: Die Grünen, die sich über fast 300 Eintritte freuten, legten von 2166 Mitgliedern auf 2308 zu. Die FDP bekam zwar Rückenwind nach dem Bundestagswahl-Desaster und dem damit verbundenen Erneuerungswunsch, aber ihre Mitgliederzahl sank von 2206 auf 2165. Bei den Piraten gab es einen Rückgang von 1054 auf 944. Hier standen 196 Austritten nur 86 Eintritte gegenüber.

In einem sind die Piraten den anderen Parteien allerdings voraus: Sie haben die mit Abstand jüngsten Mitglieder. Nur 6,5 Prozent sind älter als 60 Jahre, dafür 28 Prozent unter 30. Bei CDU und SPD ist weit über die Hälfte älter als 60. Nur 3,8 Prozent aller Christdemokraten sind jünger als 30; bei den Sozialdemokraten 5,5 Prozent. Auch bei SSW und FDP dominieren die Älteren. Die Grünen konnten keine gesicherte Angaben zur Altersstruktur machen.

Mit Werbeaktionen und speziellen Angeboten für junge Mitglieder versuchen die Parteien, Nachwuchs zu gewinnen. Gastmitgliedschaften und einkommensabhängige Beiträge bietet die CDU an. Auch auf die stärkere Nutzung sozialer Netzwerke setzen die Parteien. Die FDP gibt gezielt jüngeren Politikern eine Chance auf Landes- und kommunaler Ebene.

Als aktiv schätzten CDU und SPD etwa ein Drittel ihrer Mitglieder ein. Der SSW sprach von möglicherweise einem Viertel, die FDP von 40 Prozent. Die Grünen schätzten ihre Quote auf 60 Prozent, die Piraten ihre auf 10 Prozent.

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erstellt am 11.Jan.2014 | 11:45 Uhr

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