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Doppelter Abiturjahrgang : Mehr Geld für Hochschulen in SH – Vereinbarung unterzeichnet

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Die Hochschulen in Schleswig-Holstein erhalten in den nächsten Jahren etwa eine halbe Milliarde Euro zusätzlich. Die Unterfinanzierung bleibt aber ein Thema.

Kiel | Um die Mehrbelastungen durch den doppelten Abiturjahrgang 2016 zu bewältigen, erhalten die Hochschulen in Schleswig-Holstein in den nächsten Jahren deutlich mehr Geld. Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD) sprach im Rahmen der Unterzeichnung der Zielvereinbarungen zur Hochschulfinanzierung am Dienstag in Kiel von einem Meilenstein für die Entwicklung der Hochschulen. Es sei ein Tag der Freude, sagte sie.

Die Hochschulen erwarten rund 13.000 Studienanfänger. Allein die Kieler Uni, die größte des Landes, geht von 6500 Studienanfängern im kommenden Wintersemester aus - statt sonst etwa 5000.

Auch der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, Prof. Werner Reinhart, und der Präsident der Kieler Universität, Prof. Lutz Kipp, lobten die Vereinbarung. Den Studierenden könnten damit gute Bedingungen zugesichert werden. Die strukturelle Unterfinanzierung der Hochschulen bleibe aber ein Thema.

Im laufenden Jahr steigt die Grundfinanzierung der Hochschulen um zehn Millionen Euro und dann stufenweise um jeweils fünf Millionen Euro jährlich bis 2019 auf 25 Millionen. Hinzu kommen mit dem Hochschulpakt III von 2016 bis 2023 insgesamt 450 Millionen Euro, je zur Hälfte vom Bund und vom Land getragen.

Im nördlichsten Bundesland werden in diesem Jahr mit dem doppelten Abi-Jahrgang voraussichtlich mehr als 19.000 Menschen die Hochschulreife erlangen. Im vergangenen Jahr waren es 12.900. Grund für den Anstieg ist, dass 2016 sowohl Abiturienten mit neunjähriger als auch mit achtjähriger Gymnasialzeit fertig werden.

Die Uni Kiel will in den nächsten Jahren etwa 180 neue Stellen in der Lehre einrichten und knapp 1200 neue Studienplätze schaffen. Etwa zwei Drittel der Plätze entfallen auf zulassungsbeschränkte Fächer. In den kommenden Jahren dürfte die Zahl der Studierenden allein an der Kieler Uni von gut 25.000 auf etwa 28.000 steigen.

Die Hochschulen seien erleichtert und froh, jetzt endlich Planungssicherheit für ihre Weiterentwicklung zu haben, sagten Reinhart und Kipp. Finanziell bestehe aber weiter eine große Diskrepanz zu den deutlich besser ausgestatteten Hochschulen in Süddeutschland. Ein Meilenstein stehe in der Mitte eines Weges und bedeute nicht das Ende, betonte Reinhart. Es seien in der Zukunft weitere Verbesserungen der Finanzausstattung nötig. In der Lehre ließen sich jetzt aber Lücken schließen.

Kipp ergänzte, künftig gebe es mehr Personal für mehr Studienqualität. Er verwies auch auf den harten Wettbewerb der Hochschulen in Deutschland um Forschungsmittel des Bundes: „Angesichts einer nach wie vor vorhandenen Unterfinanzierung der Hochschulen werden wir als Land maximale Energie aufbringen müssen, um in der nächsten Runde der Exzellenzinitiative erfolgreich zu sein.“ Die jetzige Vereinbarung sei „ein guter Kompromiss aus Wünschenswertem und Machbarem“. Reinhart unterstrich: „Noch keine Regierung in Schleswig-Holstein hat so viel Geld in die Hochschulen gesteckt wie die jetzige Koalition von SPD, Grünen und SSW.“

Um die Hochschulen zu stärken, setzt Alheit auf mehr Kooperation untereinander und eine stärkere norddeutsche Zusammenarbeit. Außerdem sei ein Konzept notwendig, „das unsere Hochschulen noch stärker in den internationalen Fokus bringt“. Zudem müsse die Digitalisierung vorangebracht werden: „Wir brauchen einen Aufbau von digitalen Lehrangeboten, als Ergänzung zum klassischen Präsenzangebot.“ Das Land stelle hierfür in den nächsten drei Jahren insgesamt 450.000 Euro bereit. „Und Schleswig-Holstein ist das erste Bundesland, das eine ,Open Access‘-Strategie aufgelegt hat. Mein Ziel ist, wissenschaftliche Erkenntnisse allen Bürgerinnen und Bürgern online kostenlos zugänglich zu machen und der Forscher-Gemeinde den Austausch zu erleichtern“, sagte Alheit.

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erstellt am 29.Mär.2016 | 14:43 Uhr

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