zur Navigation springen

Krisengipfel in Kiel : Lehrerbildungsreform: Zehn Fächer für Flensburg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Ende des langen Tauziehens: Das Bildungsministerium und die Universitäten Kiel und Flensburg haben sich am Dienstag auf die künftige Fächeraufteilung in der Lehrerausbildung geeinigt.

Kiel | Der Konflikt mit den Universitäten Kiel und Flensburg ist befriedet – im Kieler Landtag dagegen ging es am Mittwoch noch einmal hoch her in der Debatte um die umstrittene Rückkehroption von Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) an die Universität Flensburg. Wende musste sich in einer Aktuellen Stunde massive Vorwürfe von der Opposition anhören: „Lobbyistin in eigener Sache“, „Mitwirken an einem rechtswidrigen Beschluss“ – so lautete die Kritik.

Wende selbst ergriff nicht das Wort, wurde aber von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) verteidigt. Als Regelfall sei gesetzlich vorgesehen, dass Professoren nach einem politischen Amt auf ihre alte Stelle zurückkehren können. Wende sei aus dem niederländischen Groningen als Professorin auf Lebenszeit nach Flensburg gekommen und Uni-Präsidentin geworden. Normalerweise sei jemand zunächst Professor, bevor er Uni-Präsident wird. Wende sei rechtlich aber in Flensburg keine Sekunde Professor gewesen. Insofern bestehe eine Regelungslücke im Hochschulgesetz, die möglicherweise geschlossen werden müsse.

CDU-Fraktionschef und Oppositionsführer Johannes Callsen griff auch Albig an: Dieser habe „bis heute die Unwahrheit über den Zeitpunkt seiner Kenntnisnahme von dem Rückkehrrecht gesagt“. Vertreter der Regierungsparteien sprachen dagegen vom Bemühen der Opposition, „regionalpolitische Neiddebatten gegeneinander aufzuwiegeln“ und warfen ihr vor, nach der Einigung zu schmollen.

Diese liegt nun im Detail vor. Laut Bildungsministerium einigten sich die Behörde und die Universitäten Flensburg und Kiel darauf, dass Flensburg zusätzlich zu den schon im Herbst vereinbarten sieben Fächern drei weitere auf Sekundarstufen-II-Niveau erhält. Dabei handelt es sich um Kunst, Sport und Französisch. In diesen Fächern soll es mehr Kooperationen zwischen den Hochschulen geben. Zusätzlich soll das Fach Gesundheit, Ernährung und Verbraucherkunde in Flensburg als Sekundarstufen-II-Fach ausgebaut werden. Physik, Biologie, Chemie und Geografie werden als Sekundarstufen-II-Fächer nur an der Kieler Christian-Albrechts-Universität angeboten. Zusätzlich wird dort für diese Fächer ein Weiterbildungmaster eingerichtet.

Wende zeigte sich erleichtert: „Es war ein langer Weg, aber am Ende zählen Resultate: Es wird – die Zustimmung des Landtages vorausgesetzt – die Sekundarlehrerausbildung geben. Beide Universitäten unterstützen dieses Konzept mit ihrer Expertise.“ Die Universitätspräsidenten äußerten sich zufrieden über die Einigung. „Es gibt keine Umverteilung zulasten der CAU. Dadurch können wir in Kiel die Lehramtsausbildung auf höchstem Niveau erhalten und weiterentwickeln“, sagte Kiels Unipräsident Gerhard Fouquet laut Mitteilung.

Auch der Flensburger Unipräsident Werner Reinhart begrüßte die Regelung: „Die zusätzlich auszubauenden Fächer tragen deutlich zur Schärfung des Profils der künftigen Europa-Universität bei. Die getroffene Vereinbarung eröffnet der Universität Flensburg eine faire und verlässliche Entwicklungsperspektive.“

zur Startseite

von
erstellt am 14.Mai.2014 | 16:47 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen