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Hochschulen in SH : Lehrerausbildung: Sie reden wieder miteinander

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Nach vielen Streitigkeiten suchen die Unis Kiel und Flensburg jetzt nach einem Kompromiss im Tauziehen um die Lehrerausbildung. Ein Treffen im Ministerium vereinbarten sie ein weiteres Gespräch.

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2014 | 17:46 Uhr

Kiel | Spitzenvertreter des Wissenschaftsministeriums sowie der Universitäten Kiel und Flensburg haben am Montag eine Lösung im Streit um die Ausbildung der Lehrer gesucht. An dem als konstruktiv bewerteten Gespräch mit Staatssekretär Rolf Fischer nahmen außer den beiden Uni-Präsidenten Gerhard Fouquet und Werner Reinhart auch mehrere Mitarbeiter der drei Häuser teil. Beide Hochschulen wollen nun in einem weiteren Gespräch „so zeitnah wie möglich“ Kompromiss- und Kooperationsmöglichkeiten ausloten. Die Zeit drängt, denn der Landtag soll die umstrittene Reform der Lehrerausbildung noch vor der Sommerpause beschließen.

Auslöser des Konfliktes war die Ankündigung der Landesregierung, die Lehrerausbildung in Flensburg stärker auszubauen als zunächst vorgesehen und verabredet. Daraufhin erklärte die Kieler Uni die Zusammenarbeit mit der Hochschule in Flensburg für beendet. Die Kieler sahen nicht nur einen Bruch von Verabredungen, sondern befürchten mit einer Aufwertung Flensburgs einen eigenen Bedeutungsverlust. In dem fast zweistündigen Gespräch am Montagnachmittag mit Staatssekretär Fischer sondierten die Präsidenten Annäherungsmöglichkeiten. Ein Ministeriumssprecher wertete es nach dem Bruch Anfang April als Erfolg, dass beide Hochschulen nun wieder ins Gespräch gekommen sind. Herr des Verfahrens ist jetzt der Landtag, der den Gesetzentwurf der Regierung bereits Anfang des Monats in erster Lesung beraten hatte.

Ziel sei es, eine Spitzen-Lehrerausbildung im Land hinzubekommen, sagte Ministeriumssprecher Thomas Schunck. Dies könne nur gelingen, wenn sie von allen daran Beteiligten getragen wird. Mit der Absage der Kieler Universität an eine Zusammenarbeit mit Flensburg, Rücktrittsforderungen der Opposition an Ministerin Waltraud Wende (parteilos) und einer heftigen Debatte im Landtag war der Konflikt Anfang des Monats eskaliert.

Nach Wendes aktuellen Plänen, die von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) im Landtag vehement unterstützt wurden, sollen in Flensburg künftig Sekundarlehrer in 13 Fächern ausgebildet werden. Im Herbst hatten Ministerium und die beiden Unis nur sieben vereinbart. Die Uni Kiel sah wegen fehlender Rücksprache den Konsens gebrochen und befürchtet die Verlagerung von Kapazitäten nach Flensburg. CDU-Fraktionschef Johannes Callsen hatte Regierungschef Albig noch vor dem Treffen vom Montag aufgefordert, den Gesetzentwurf zur Reform der Lehrerausbildung zurückzuziehen. Auch FDP-Fraktionsvize Christopher Vogt verlangte, den Gesetzentwurf zu kassieren. Dieser sei nicht beratungsfähig.

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