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Kritik der Opposition : Lehrerausbildung in SH - „eine schlichte Farce“

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Ein „Akt der Hilflosigkeit“: Die Opposition kritisiert die Arbeit der Landesregierung bei der Reform der Lehrerausbildung scharf. Die Unis in Flensburg und Kiel suchen einen Kompromiss.

shz.de von
erstellt am 29.Apr.2014 | 15:46 Uhr

Kiel | Die Landesregierung hat bei der geplanten Reform der Lehrerausbildung aus Sicht der Opposition versagt. Die vom Wissenschaftsministerium auf den Weg gebrachten Verhandlungen zwischen den Universitäten Kiel und Flensburg seien ein „beispielloser Akt der Hilflosigkeit“, sagte der CDU-Hochschulpolitiker Daniel Günther am Dienstag. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) habe „die Universitäten durch einen Staatssekretär um Hilfe bei der Erstellung einer beratungsfähigen Vorlage gebeten“ Staatssekretär Rolf Fischer hatte am Montag mit den Uni-Präsidenten Gerhard Fouquet (Kiel) und Werner Reinhart (Flensburg) nach einer Lösung im Streit um die Lehrerausbildung gesucht. Beide Hochschulen wollen zeitnah Kompromiss- und Kooperationsmöglichkeiten ausloten. Der Landtag soll die umstrittene Reform noch vor der Sommerpause beschließen.

Die CDU sprach von einer Bankrotterklärung der Koalition. „Das Verhandlungsergebnis wirft den Gesetzgebungsprozess um ein komplettes Jahr zurück“, sagte Günther. Das derzeit laufende Anhörungsverfahren sei „eine schlichte Farce“. Die beiden Universitäten sollten nun für die Koalition „die Karre aus dem Dreck ziehen“.

Der FDP-Hochschulpolitiker Christopher Vogt warf der Regierung vor, ein „heilloses Durcheinander“ zu veranstalten und forderte Albig erneut auf, Wende als Ministerin abzusetzen und ihren Gesetzentwurf zurückzuziehen. Die Tatsache, dass Wende an dem Krisengipfel gar nicht mehr teilnahm, spreche Bände, sagte Vogt. „Sie hat so viel Vertrauen bei der größten Universität des Landes zerstört, dass ihr diese Vermittlungsaufgabe schon gar nicht mehr zugetraut wird.“  Der Piraten-Abgeordnete Uli König bescheinigte Wende Hilflosigkeit. „Es ist peinlich, wie der Staatssekretär in die Bresche springt und das Duo Albig und Wende aus der Schusslinie nimmt“, sagte König.

Ministeriumssprecher Thomas Schunck wies die Vorwürfe der Opposition zurück. Das Gesetz gebe der künftigen Lehrerausbildung lediglich den Rahmen vor. „Ziel ist höchstes fachliches und pädagogisches Niveau der Lehrer. Durch die aktuellen Gespräche wird daran nichts geändert“, sagte er. Die Reform sei eine „überfällige Anpassung an die veränderten Anforderungen an den Schulen und an die Schulstruktur“.

Auslöser des Konfliktes sind die Koalitionspläne, die Lehrerausbildung in Flensburg stärker auszubauen als zunächst vorgesehen und verabredet. Mit der Absage der Kieler Universität an eine Zusammenarbeit mit Flensburg, Rücktrittsforderungen der Opposition an Wende und einer heftigen Debatte im Landtag war der Konflikt Anfang April eskaliert.

Nach Wendes aktuellen Plänen, die von Albig im Landtag vehement unterstützt wurden, sollen in Flensburg künftig Sekundarlehrer in 13 Fächern ausgebildet werden. Im Herbst hatten Ministerium und die beiden Unis nur 7 vereinbart. Die Uni Kiel sah wegen fehlender Rücksprache den Konsens gebrochen und befürchtet die Verlagerung von Kapazitäten nach Flensburg.

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