Gesetzesänderung : Lehrerausbildung in Schleswig-Holstein wird neu geordnet

Das Gesetz soll zum 1. Februar 2019 in Kraft treten.
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Das Gesetz soll zum 1. Februar 2019 in Kraft treten.

Den Weg zum sogenannten Einheitslehrer geht die Jamaika-Koalition nicht weiter. Die Hochschulen sind einverstanden.

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17. April 2018, 16:52 Uhr

Kiel | Die Landesregierung in Kiel will die Lehrerbildung reformieren. „Es soll künftig nicht mehr ein gemeinsames Sekundarschullehramt für Lehrer an Gymnasien und an Gemeinschaftsschulen geben“, sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Dienstag in Kiel. „Es wird ein Lehramt für Gymnasien geben sowie ein Lehramt für Gemeinschaftsschulen.“ Den Weg zum sogenannten Einheitslehrer gehe die Jamaika-Koalition nicht weiter.

Den Referentenentwurf zur Änderung des Lehrkräftebildungsgesetzes hatte Prien zuvor im Kabinett vorgestellt. „Wir geben klare Signale an junge Menschen, die eine Lehramtsausbildung für sich ins Auge fassen“, sagte Prien. Sie wüssten in Zukunft wieder, auf welche Schulart sie das Studium im Regelfall führt. Das Gesetz soll zum 1. Februar 2019 in Kraft treten.

In Kiel gibt es künftig nur noch das Lehramt an Gymnasien. Flensburg bietet das Lehramt für Gemeinschaftsschulen an und weiterhin die Ausbildung für Grund- und Sonderschulen. Zudem gibt es in Flensburg den Master-Studiengang Lehramt an Gymnasien für Studenten mit zwei Fächern in der Sekundarstufe II. Beide Hochschulen seien mit der Reform einverstanden.

„Dieser klare Kurs führt dazu, dass die beiden Universitäten in Kiel und Flensburg, die sich mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten große Verdienste in der Lehrkräfteausbildung erworben haben, ihre jeweiligen Profile schärfen können“, sagte Prien. Sie widersprach Auffassungen, wonach Gemeinschaftsschullehrer nicht so eine hohe Qualität hätten wie Gymnasiallehrer.

Kritik kommt von der Bildungsgewerkschaft GEW. „Sowohl Lehrerinnen und Lehrer an den Gymnasien, als auch Lehrkräfte an den Gemeinschaftsschulen sollen Schülerinnen und Schüler zum Abitur führen. Da ist es nur logisch die Lehrkräfte so auszubilden, dass sie gut an beiden Schularten unterrichten können. Deshalb passt die vorgesehene Trennung zwischen einem Lehramt für die Schulart Gemeinschaftsschulen und einem Lehramt für die Schulart Gymnasien nicht zur schulischen Realität. Dies umso weniger, weil wegen der Einstellungssituation in den kommenden Jahren sehr viele der in Zukunft dann wieder ausgebildeten 'reinen' Gymnasiallehrerinnen und -lehrer an Gemeinschaftsschulen unterrichten würden“, sagt die Landesvorsitzende Astrid Henke.

Der Flensburger Landtagsabgeordnete der Grünen, Rasmus Andresen, sagte: „Flensburg bleibt ein wichtiger Standort in der Lehramtsausbildung und wird ausgebaut. Auch wenn Lehrkräfte in Schleswig-Holstein bald wieder nach Schularten bezeichnet werden, ändert sich grundlegend nichts. Studierende aus Flensburg, die für die Oberstufe ausgebildet werden, können sowohl an Gemeinschaftsschulen wie Gymnasien unterrichten.“ Die Europauniversität baue ihre Rolle als wichtigste lehramtsbildende Universität im Land weiter aus, sagte Andresen.

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