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Kommentar : Lehrerausbildung: Die Reform frisst ihre Kinder

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Waltraud Wende ließ sich von der Uni Flensburg ein Rückkehrrecht verbriefen. Die Reputation der Ministerin ist ramponiert. Aber schlimmer noch ergeht es der Flensburger Hochschule. Ein Kommentar von Stephan Richter.

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2014 | 06:30 Uhr

Kiel | Es stimmt schon, was Kiels Uni-Präsident Prof. Gerhard Fouquet als Menetekel an die Wand gemalt hat. Der Streit über die geplante Reform der Lehrerausbildung im Land wird in einen „blutigen Krieg und in eine schmutzige Kampagne“ münden. Jetzt wird alles in einen Topf geworfen und zu einem klebrigen Brei verrührt.

Das beginnt bei Wissenschaftsministerin Waltraud Wende. Die frühere Präsidentin der Uni Flensburg hatte sich von ihrer Hochschule vor dem Ausflug in die Politik ein Rückkehrrecht verbriefen lassen. Auch wenn Wende jetzt darauf verzichtet, bleibt ein „Geschmäckle“. Die Gegner eines Ausbaus der Flensburger Universität warteten nur darauf, der parteilosen Ministerin „Vetternwirtschaft“ vorzuwerfen. Egal, was dran ist: Es bleibt etwas hängen. Ihre Reputation ist ramponiert.

Schlimmer noch ergeht es der Flensburger Hochschule. Dass ihre Kapazitäten für die bessere Lehrerausbildung erweitert werden sollen, führt dazu, dass nun die ganze Universität mehr oder weniger als „regionalpolitische Entscheidung“ abqualifiziert wird. Das wird weder den wissenschaftlich anerkannten Leistungen der Flensburger Hochschule gerecht, noch hat es etwas mit der Sache zu tun. Denn würde die angestrebte Reform der Lehrerausbildung die Universität Kiel bevorzugen, wäre dies selbstredend auch ein regionalpolitisches Signal.

„Sie können es nicht“ – dieser Eindruck verfestigt sich. Er trifft alle. Die Regierung fädelt eine Reform stümperhaft ein, die Hochschulen sind unfähig zum Kompromiss, und die wirklich wichtige Frage nach der bestmöglichen Lehrerausbildung gerät ins Hintertreffen.

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