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Streiks : Lehrer tragen die Bildung zu Grabe

vom

Zu der annoncierten Todesanzeige vor den landesweiten Streiks der Lehrer äußerte das Ministerium Unverständnis: "Geschmacklos".

Nach der dritten Unterrichtsstunde wollen die Lehrer am 3. Juni die Arbeit niederlegen. Anschließend soll es in 18 Orten des Landes zu Kundgebungen kommen: Flensburg, Sterup, Schleswig, Husum, Eckernförde, Rendsburg, Kiel, Eutin, Lübeck, Mölln, Bad Oldesloe, Ahrensburg, Glinde, Norderstedt, Pinneberg, Wedel, Uetersen, Elmshorn. Irritation um eine Anzeigenkampagne in Nordfriesland: Symbolisch wird die Bildung mit einer Todesanzeige gewürdigt, "Kolleginnen und Kollegen der Schulen Nordfrieslands" laden zur gemeinsame Trauerfeier, morgen Mittag am Husumer Rathaus.

Die Aktion reiht sich ein in die für Donnerstag geplanten landesweiten Streiks von angestellten und erstmals auch verbeamtenen Lehrern in 18 Städten und Gemeinden Schleswig-Holsteins. Grund der Auseinandersetzung seien die Sparpläne der schwarz-gelben-Landesregierung, so die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), die mit mehreren tausend Teilnehmern rechnet.
Land will 4000 Lehrerstellen bis 2020 streichen
"Es geht uns nicht ums Geld", bekräftigt eine junge Lehrerin in Husum, die ihren Namen nicht nennen will. Vielmehr wendeten sie und ihre Kollegen sich dagegen, dass das Land 4000 Lehrerstellen bis 2020 streichen will. Damit werde es keine kleineren Klassen und intensivere Betreuung der Schüler geben. Dabei sei "Bildung unsere einzige wirkliche Ressource", pflichtet ihr ein älterer Kollege bei. Beide ärgert, dass viele "den Lehrerberuf offenbar für eine Halbtags-Beschäftigung halten". Das Gegenteil sei der Fall. Und nun wolle der neue Bildungsminister, Dr. Ekkehard Klug (FDP) die Arbeitszeit raufsetzen - neben der Streichung von Stellen. Deshalb sei heute nach der dritten Stunde Schluss. "Wir greifen zu diesem letzten Mittel - wohl wissend, das es als dienstlicher Ungehorsam gewertet wird", sagt der Kollege. Der Zeitpunkt sei angesichts bevorstehender Prüfungen zwar denkbar ungünstig, aber sorgsam gewählt: nämlich vor dem geplanten Gipfel der Bildungsminister am 10. Juni. Dass Klug morgen auch noch Geburtstag habe, sei reiner Zufall.

Die Todesanzeige - sie wurde auch im Bildungsministerium in Kiel gelesen. Mit einer detaillierten Bewertung hielt sich das Ministerium am Dienstag jedoch zurück. Sprecher Thomas Schunck sagte nur soviel: "Geschmacklos."
Kundgebungen
Nach der dritten Unterrichtsstunde wollen die Lehrer am 3. Juni die Arbeit niederlegen. Anschließend soll es in 18 Orten des Landes zu Kundgebungen kommen: Flensburg, Sterup, Schleswig, Husum, Eckernförde, Rendsburg, Kiel, Eutin, Lübeck, Mölln, Bad Oldesloe, Ahrensburg, Glinde, Norderstedt, Pinneberg, Wedel, Uetersen, Elmshorn.

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erstellt am 03.Jun.2010 | 07:54 Uhr

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