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Kompromiss in Kiel : Landesregierung verständigt sich auf 22 Kitesurf-Zonen an der Westküste

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Nach dem heftigen Streit um das geplante Kitesurf-Verbot wird der Antrag der Landesregierung beim Bundesverkehrsminister wieder scharf gestellt.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2017 | 18:11 Uhr

Kiel | Künftig soll Kitesurfen in 22 Zonen vor der schleswig-holsteinischen Westküste möglich sein. Die Landesregierung habe sich auf diese Gebiete verständigt, um Naturschutz und Wassersport im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer besser in Einklang zu bringen.

Kitesurfen zieht eine besondere Zielgruppe an Touristen nach Schleswig-Holstein. Wenn die Trendsportart eingeschränkt wird, bestünde das Riskio, dass die Sportler sich andere Ziele suchen. Die Vielfalt der Schleswig-Holstein-Besucher würde abnehmen.

„Touristische Attraktivität und ökologische Verantwortung sind miteinander vereinbar - sogar in einem so sensiblen Naturraum wie dem Nationalpark Wattenmeer“, teilten Umweltminister Robert Habeck (Grüne) und Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) am Dienstag mit. Der Bund werde nun gebeten, die notwendigen Änderungen der Befahrensverordnung weiter voranzutreiben.

„Alles in allem haben wir hier einen Kompromiss gefunden, der hoffentlich die teils sehr hart geführte Debatte befriedet und eine dauerhafte Lösung ermöglicht“, sagte Habeck. Der Kompromiss sei die Basis, um den gemeinsamen Antrag mit Niedersachsen und Hamburg beim Bundesverkehrsminister wieder scharf zu stellen. „Wir brauchen dringend die Änderung der Befahrensverordnung für die Wattenmeer-Nationalparke. Sie ist schon lange überfällig.“

Der Antrag beim Bundesverkehrsminister sieht unter anderem eine Vereinfachung der Befahrensregeln, eine Harmonisierung der Schutzzonensysteme, ein Tempolimit im seewärtigen Erweiterungsbereich des Nationalparks sowie eine Ausweisung von Kitesurfgebieten vor. Er war im Mai nach jahrelangen intensiven Abstimmungsprozessen gestellt worden. Angesichts der neuen Regierungsbildung in Schleswig-Holstein hatte sich aber weiterer Gesprächsbedarf ergeben. Daher bat Schleswig-Holstein den Bund, das Verfahren in diesem Punkt zunächst ruhen zu lassen.

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