Zwischen Schule und Hartz IV : Land macht Lehrer in den Ferien arbeitslos

Zwischen Schule und Arbeitsagentur: Während der Ferien sind zahlreiche Lehrer im Land arbeitslos. Montage: Grätsch
Zwischen Schule und Arbeitsagentur: Während der Ferien sind zahlreiche Lehrer im Land arbeitslos. Montage: Grätsch

Wenn in zwei Wochen im Norden die großen Schulferien beginnen, werden Hunderte von Lehrern im Land zu Hartz-IV-Empfängern. Sie wurden nur zur Aushilfe eingestellt.

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07. Juli 2008, 09:16 Uhr

Kiel - | 1581 junge Lehrerinnen und Lehrer wurden zu Beginn des Schuljahres 2007/2008 vom Land eingestellt. Doch zwei Drittel von ihnen - genau 1063 - erhielt nur einen befristeten Vertrag - vorwiegend als Mutterschutz- und Elternzeitvertretung. Die Folge: Viele dieser Lehrkräfte stehen zu Beginn der Sommerferien wieder ohne Job da.
Schlimmer noch: Weil die Vertretungszeiten unter einem Jahr blieben, haben sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Der Verband "Bildung und Erziehung" (VBE) spricht von "pädagogischem Nomadentum". Die jungen Lehrkräfte könnten sich nur mit Hartz-IV-Unterstützung über Wasser halten, oft seien finanziellen Notlagen die Folge.
Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Ekkehard Klug, geißelte die Verträge gegenüber Schleswig-Holstein am Sonntag als "moderne Tagelöhnerei". Er forderte das Kieler Kultusministerium auf, mehr volle Verträge mit einem Mindestmaß an sozialer Absicherung anzubieten. Das Personalreferat im Hause von Ministerin Ute Erdsiek-Rave verprelle mit seiner "unanständigen" Praxis junge Lehrkräfte, die das Land dringend brauche. "Es ist nicht nur zutiefst beschämend, wie das Land mit jungen Lehrerinnen und Lehrern umgeht, Diese Praxis ist außerdem auch extrem töricht, weil auf diese Weise viele junge Lehrkräfte dem Land dauerhaft den Rücken kehren", sagte Klug.

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