zur Navigation springen

Schmetterling in SH : Kubicki wettert gegen Scheckenfalter und „Öko-Folkloristen“

vom

Wertvoller Artenschutz? Verschwendung? Ein Millionenprojekt zur Wiederansiedlung eines Schmetterlings polarisiert.

Kiel | Kann sich der vor fast einem Vierteljahrhundert aus Schleswig-Holstein verschwundene Goldene Scheckenfalter wieder im Norden ansiedeln? Erste Erkenntnisse werden im Laufe dieses Jahres erwartet, schreibt das Umweltministerium in der Antwort auf eine Kleine Anfrage von FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. Demnach ist Geduld gefragt: „Da der Goldene Scheckenfalter nur eine Generation pro Jahr hat, werden aussagekräftige Angaben zur Entwicklung der Population erst in mehreren Jahren möglich sein.“

3,3 Millionen Euro fließen bis 2018 in das Artenschutzprojekt, das 2010 startete. Die Hälfte bezahlt die EU, den Rest die Stiftung Naturschutz. Für das Projekt wurden 14 Hektar Nadelwald abgeholzt.

Kubicki konterte prompt: „In schweren finanzpolitischen Zeiten, in denen es kaum mehr gelingt, unsere Schulen, Universitäten und Straßen vor dem Verfall zu schützen, wirkt das mehrere Millionen Euro schwere Scheckenfalter-Projekt wie ein weltfremder Selbstverwirklichungstraum grüner Öko-Folkloristen.“ Und weiter: „Es ist den Menschen kaum vermittelbar, wenn eine Waldfläche von mehr als 20 Fußballfeldern dem Erdboden gleichgemacht wird, nur weil es sich um Bäume mit Migrationshintergrund (amerikanische Sitka-Fichten und japanische Lärchen) handelt.“ Es sei auch noch vollkommen unklar, ob sich der Goldene Scheckenfalter überhaupt wieder hier ansiedelt, resümierte Kubicki. Hier drohe ein extrem großes Missverhältnis von Aufwand und Ertrag. „Damit fügen die ,Naturschütze' dem öffentlichen Bild des Naturschutzes nachhaltigen Schaden zu.“

Das Ministerium schreibt, das Ziel gehe weit über die Wiederansiedlung des Goldenen Scheckenfalters hinaus. Der Schmetterling stehe als „Schirmart“ für gefährdete Lebensräume wie Borstgrasrasen, Heiden, nährstoffarme Feuchtwiesen oder blütenreiche Magerrasen. Diese Lebensräume seien von herausragender Bedeutung für viele weitere Tier- und Pflanzenarten, die im Land gefährdet und vom Aussterben bedroht sind. Der Erfolg des Projektes werde sich also daran bemessen, ob sich der Zustand solcher Lebensräume verbessern wird.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Mär.2015 | 16:37 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen