Aufruf zur Geschlossenheit : Kubicki warnt FDP vor neuer Personaldebatte

Wolfgang Kubicki. Foto: dapd
Wolfgang Kubicki. Foto: dapd

Die FDP-Mitglieder leiden unter Hohn und Spott, beklagt Wolfgang Kubicki. Die Partei dürfe keine neue Personaldebatte führen, sondern solle Inhalte liefern.

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17. Dezember 2011, 10:55 Uhr

Kiel | Unmittelbar vor Veröffentlichung des Mitgliederentscheids zum Euro-Rettungskurs haben führende Politiker der FDP die Partei zur Geschlossenheit aufgerufen. "Die Situation für die FDP ist ernst. Personalquerelen schaden der Partei", sagte die stellvertretende FDP-Vorsitzende Birgit Homburger. Auch der schleswig-holsteinische Fraktionschef Wolfgang Kubick verlangte, die Liberalen müssten nun rasch inhaltliche Lösungen anbieten statt "über ihr Personal zu streiten". Der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion, Otto Fricke, wies Forderungen nach einem Rücktritt der Parteiführung zurück.
Es sei "schlechter Stil", wenn der Altliberale Gerhart Baum in der Krise meine, "er könne noch mal draufdrücken", sagte Fricke am Donnerstag in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Er habe Baum als Minister geschätzt, aber "wenig Achtung" davor, dass dieser sich immer dann zu Wort melde, wenn es der Partei nicht gut gehe. Baum hatte nach dem Rücktritt von FDP-Generalsekretär Christian Lindner von "Lebensgefahr" für die FDP gesprochen und eine Neuwahl des Parteipräsidiums angemahnt.
Mitglieder leiden unter Hohn und Spott
Wolfgang Kubicki bemängelte ebenfalls das Erscheinungsbild der Liberalen. "Die Mitglieder leiden unter Hohn und Spott, das ist auf Dauer schwer erträglich." Die FDP müsse nun rasch inhaltliche Lösungen anbieten. "Statt uns den Problemen der Menschen zuzuwenden, haben wir uns Führungsdebatten geleistet. In keiner Sachfrage aber dokumentieren wir nach außen einen kompetenten Sachvorschlag", sagte Kubicki im sh:z-Interview.
Kubicki warnte zugleich vor einer neuen Personaldebatte. "Wir haben Philipp Rösler vor fünf Monaten gewählt - auch ich." Er sei es leid, "dass wir in der Öffentlichkeit als Selbstfindungsgruppe wahrgenommen werden. Wir schaffen uns die Probleme selbst, statt den Menschen zu erklären, wie wir ihre lösen wollen", sagte Kubicki.

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