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Nord-FDP : Kubicki rechnet mit zweistelligem Ergebnis

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Bei einem Redaktionsbesuch erklärt der FDP-Fraktionschef in Schleswig-Holstein, warum er in Bezug auf die Bundestagswahl optimistisch ist.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2013 | 07:16 Uhr

Flensburg | Unternehmen, die durch den Engpass Rader Hochbrücke Aufträge verlieren, solle der Staat Steuern stunden. Das könne helfen, sie  vor dem Rutsch in rote Zahlen zu bewahren, sagte Wolfgang Kubicki, Bundestags-Spitzenkandidat der FDP in Schleswig-Holstein, gestern bei einem Besuch in unserer Redaktion.

Er verdeutlichte, dass die Debatte nicht theoretisch sei. Er wisse von einem Produzenten, der wegen der Verkehrsprobleme Komponenten nicht mehr aus Flensburg, sondern aus Bremen bezieht. Ein großer Betrieb von der Westküste habe  in Frage gestellt, ob der Sitz angesichts der maroden Infrastruktur mittelfristig im Land bleiben könne. Auch touristisch ist die schlechte Erreichbarkeit für Kubicki ein Problem: „Wir versauen  unser Image durch Fahrzeiten.“ Sylt drohe etwa an Mallorca Gäste zu verlieren.

Kritik übte der FDP-Mann, der für die Liberalen im Land auf ein zweistelliges Ergebnis tippt,  an den Grünen. Trotz jüngster Bekundungen zu funktionsfähigen Straßen „tun sie faktisch alles dagegen“. Zur grünen Idee, die 1. Klasse der Bahn abzuschaffen, kehrte Kubicki seine ironische Seite heraus: „Warum fordern sie nicht die Abschaffung der 2. Klasse? Ich dachte immer, die Grünen sind eine sozialistische Partei.“ Alles in allem nimmt Kubicki diesen Wahlkampf erstmals seit 40 Jahren als „reinen Stimmungswahlkampf“ wahr. „Es geht nicht um Themen.“ Dies liege  auch am Misstrauen der Bürger, dass Erklärungen vor der Wahl danach wirklich umgesetzt würden. Sich selbst sieht der Liberale hervorragend aufgestellt, wenn es vor allem um Präsenz geht: Er freut sich über  einen – so  Infratest Dimap –  Bekanntheitsgrad von 96 Prozent in Schleswig-Holstein und 80 Prozent bundesweit.  Sein Ticket vom Land- in den Bundestag begreift Kubicki  neben dem angestrebten Platz im dortigen Haushaltsausschuss denn auch vor allem als Mittel, „um die Fahrzeit zu den Talkshows zu verkürzen“.

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