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Integration und Deutschkurse : Kubicki fordert bessere Flüchtlingspolitik

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Mehr Deutschkurse, Bleiberecht für Fachkräfte: Der Kieler Fraktionschef verlangt Korrekturen in der Flüchtlingspolitik.

shz.de von
erstellt am 22.Aug.2015 | 09:11 Uhr

FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki hat ein Umdenken in der Flüchtlingspolitik verlangt. „Wir müssen die Problematik langfristiger betrachten und die tägliche Praxis den Realitäten anpassen“, sagte der Kieler Fraktionschef. „Wir sollten uns noch klarer darüber werden, dass wir es nicht mit einer Welle zu tun haben, die einmal ankommt und dann wieder aufhört.“ Es sei zu erwarten, dass die Zahlen in den nächsten Jahren so hoch bleiben oder noch steigen werden. „Dies heißt auch: Wir müssen wesentlich mehr dafür tun, die Menschen an unsere Lebensgewohnheiten heranzuführen.“

Außer Deutschkursen würden auch Präsentationen gebraucht, die den Flüchtlingen zeigen, wie man in Deutschland lebt, sagte Kubicki. „Integration heißt nicht, dass die deutsche Bevölkerung ihre Lebensgewohnheiten umstellen muss. Integration bedeutet vielmehr, dass wir den Menschen, die zu uns kommen, helfen zu begreifen, wie bei uns die Gesellschaft funktioniert.“ Fraglich sei auch, ob es wirklich sinnvoll ist, Menschen aus völlig verschiedenen Kulturkreisen in einer Einrichtung unterzubringen.

Nach Ansicht Kubickis sollten Flüchtlinge mit bestimmten Qualifikationen sehr schnell aus den Asylverfahren herausgeholt werden. „Wir sollten ihnen schnell Bleibeberechtigungen geben, damit sie in den Arbeitsmarkt integriert werden können.“ Dies gelte für das Handwerk, aber auch für die Pflege und andere medizinische Berufe, bei denen Deutschland dringend mehr Personal brauche. „So könnte ein wesentlicher Teil des Fachkräftemangels abgebaut werden.“

Kubicki forderte auch deutlich mehr Sicherheitskräfte, inklusive Polizei. „Wir brauchen ausreichend Personal, um die Einrichtungen zu schützen und um Konflikte in den Unterkünften zu regeln.“ Wichtig sei es auch, die Bürger rechtzeitig über geplante neue Flüchtlingsunterkünfte zu informieren. „Die Hilfsbereitschaft des ganz überwiegenden Teils der Bevölkerung ist riesengroß, aber Menschen wollen nicht überrascht werden.“

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