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Durchfahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal : Korvette „Braunschweig“ beendet „UNIFIL“-Einsatz im Mittelmeer

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Nach 13 Monaten im Seegebiet vor dem Libanon wird das Schiff am Mittwoch im Heimathafen Warnemünde erwartet.

shz.de von
erstellt am 13.Jun.2017 | 11:56 Uhr

Kiel/Beirut/Rostock | Am Montagabend durchquerte die Korvette „Braunschweig“ der Deutschen Marine den Nord-Ostsee-Kanal auf der Fahrt von Vigo (Spanien) zum Heimathafen Rostock-Warnemünde. Dabei machte das Schiff der Klasse „K 130“, auch „Braunschweig-Klasse“ genannt, nach der Ausschleusung im Nord-Ostsee-Kanal an der Mole des Marinemunitionsdepots zum Munitionsumschlag fest.

Die Korvette beendet nach 13 Monaten ihren Einsatz im Seegebiet vor dem Libanon. UN-Blauhelmsoldaten überwachen dort die Einhaltung des Waffenstillstands an der 121 Kilometer langen „Blue Line“ zwischen Israel und dem Libanon. Heute sind die UNIFIL-Blauhelme rund 10.500 Mann stark und kommen aus 39 Nationen.

Hintergrund: UNIFIL-Einsatz im Mittelmeer

Nach dem Zweiten Libanonkrieg im Jahr 2006 wurde das Mandat ergänzt. Seitdem unterstützt UNIFIL die libanesische Regierung dabei, die Seegrenzen zu sichern und Waffenschmuggel von See zu verhindern. Der Maritime Einsatzverband UNIFIL war der erste Flottenverband unter Führung der Vereinten Nationen – deutsche Schiffe und Boote operieren von Beginn an in diesem Verband. Die libanesische Marine hat wertvolle Ausrüstung von Deutschland erhalten, darunter Wachboote und Küstenradarstationen. Deutsche Marinesoldaten engagieren sich seit mehreren Jahren in der Ausbildung ihrer libanesischen Kameraden, hier liegt heute der Schwerpunkt des deutschen Engagements.

 

Am Mittwoch wird das Schiff mit der taktischen Kennung „F 260“ endgültig Kurs auf seinen Heimathafen nehmen. „Ein besonderes Erlebnis war die Zusammenarbeit mit multinationalen Nicht-Nato-Einheiten“, sagt der Kommandant, Korvettenkapitän Robert Schmidt (40). „Weitere Höhepunkte waren der Personalaustausch mit dem UN-Hauptquartier in Naqoura, die Boarding-Übungen mit den Kräften der libanesischen Marine und eine Übung mit dem Such- und Rettungsdienst aus Akrotiri (Zypern).“ Während des Einsatzes wurden die Häfen Rota (Spanien), Limassol (Zypern), Beirut (Libanon), Barcelona und Vigo (beide Spanien) angelaufen.

Als persönliches Ziel hatte sich der Kommandant vorgenommen alle Besatzungsmitglieder wieder gesund nach Hause zu bringen. „Die Motivation der Besatzung war auch nach vier Monaten enorm hoch. Tolles Team!“, lobt er seine 67-köpfige Besatzung. Nach langer Abwesenheit freuen sich nun alle auf ihre Familien, ihre Zeit zu Hause und den anstehenden Urlaub. Um 14.30 Uhr soll das Schiff dann feierlich im Heimathafen durch den Kommandeur des 1. Korvettengeschwaders empfangen werden.

Hintergrund: Die Korvette „Braunschweig“

Die Korvette „Braunschweig“ besitzt eine Länge von 89 Metern und 13 Metern Breite und ist für die Überwachung und Aufklärung der Überwasserlage sowie Bekämpfung von Zielen auf See und an Land ausgerichtet.

Fünf Schiffe dieses Typs bilden das 1. Korvettengeschwader in Rostock-Warnemünde. Die Schiffe wurden im Werftenverbund durch die Lürssen Werft (Bau des Hinterschiffes), die Nordsee-Werke in Emden (Bau des Vorderschiffes) sowie die Hamburger Werft Blohm & Voss (Aufbauten) gebaut.

Das Schiff ist u. a. mit Revolverkanonen des Typs „MLG 27“, vier schweren Seezielflugkörpern des Typs „RBS 15 Mk3“, die auch zur Landzielbekämpfung eingesetzt werden können, einem 76 mm Geschütz des vormaligen italienischen Herstellers „Oto Melara“ (jetzt Leonardo-Finmeccania) sowie einem Nahbereichsverteidigungssystem des Typs „RIM-116 Rolling Airfraime Missile“ bewaffnet.

Auch kann die „Braunschweig“ bei Bedarf auch als Minenleger eingesetzt werden. Zudem besitzt das Schiff auch einen Hubschrauberlandeplatz, der die Landung von Hubschraubern der 12 Tonnen Klasse wie die des Typs „Westland Lynx“ und „NH 90“ ermöglicht.

Die Beschaffung von Borddrohnen ist bei dem Schiffstyp noch vorgesehen. Der Durchschnittspreis eines Schiffes dieser Klasse betrug nach Medienangaben 240 Millionen Euro. Fünf weitere Korvetten dieses Typs sollen folgen.

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