Kommunale Einrichtungen : Kita-Streiks in Hamburg und SH gehen weiter

Wohin mit dem Nachwuchs? Vor dieser Frage stehen wieder Eltern im Norden. Die Streiks gehen weiter - und ein Ende ist nicht in Sicht.

shz.de von
15. Mai 2015, 07:00 Uhr

Kiel/Hamburg | Für Eltern von Kita-Kindern geht in Schleswig-Holstein und Hamburg die Suche nach Betreuungsalternativen weiter. Auch am Freitag werden kommunale Einrichtungen bestreikt und deshalb geschlossen bleiben. In rund 130 Einrichtungen in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster sowie in zahlreichen kleineren Gemeinden legten die Beschäftigten ihre Arbeit nieder, teilten die Gewerkschaften Verdi und GEW mit. Weil an diesem Brückentag viele Kitas aber ohnehin nicht öffnen und viele Eltern nicht arbeiten gehen, dürften die Folgen nicht so gravierend sein wie zu Streikbeginn. Im Verlauf der Woche haben sich in beiden Ländern insgesamt mehrere tausend Erzieherinnen an dem unbefristeten Streik beteiligt.

Die Gewerkschaften fordern eine finanzielle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe unter anderem durch eine höhere Eingruppierung. Nach Darstellung der kommunalen Arbeitgeber sind die Forderungen nicht bezahlbar. Sie würden auf Gehaltssteigerungen um zehn Prozent hinauslaufen. In einer Urabstimmung hatten sich weit mehr als 90 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder für einen unbefristeten Arbeitskampf ausgesprochen.

Der Arbeitskampf soll in der nächsten Woche weitergehen. „Das geht so lange, bis die Arbeitgeber wieder an den Verhandlungstisch kommen“, sagte Verdi-Nord-Pressesprecher Frank Schischefsky.

Zu einer Kundgebung mit Streikenden aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern erwarten die Gewerkschaften am Montag in Lübeck mehr als 1000 Teilnehmer.

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