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Tarifverhandlungen : Kita-Streik in SH und Hamburg: Viele Einrichtungen geschlossen

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Geschlossene Kitas, Verhandlungen und Demonstrationen: Erzieherinnen sind auch im Norden im Warnstreik. Sie fordern deutlich mehr Geld – und die Fronten sind verhärtet.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2015 | 13:53 Uhr

Kiel | Viele Eltern in Schleswig-Holstein und Hamburg haben ihre Kinder am Donnerstag nicht wie gewohnt in der Kita betreuen lassen können. Wegen Warnstreiks blieben zahlreiche Einrichtungen geschlossen oder waren nur dünn besetzt. Mit ihren Aktionen parallel zu den laufenden Tarifverhandlungen im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst wollten die Gewerkschaften Verdi und GEW den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen und eine deutliche Höhergruppierung der Beschäftigten erreichen.

Die Gewerkschaften betonten, das Einstiegsgehalt einer Erzieherin betrage nur 2366 Euro. Der Arbeitgeberverband rechnete dagegen vor, Erzieherinnen bekämen zwischen 2590 und 3750 Euro. Sie lägen damit oberhalb anderer Ausbildungsberufe des öffentlichen Dienstes wie Handwerker, Brandmeister bei der Feuerwehr oder staatlich geprüfte Techniker.


In Schleswig-Holstein und Hamburg beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben viele hundert Erzieherinnen an den Warnstreiks, mit denen die Gewerkschaften eine höhere Eingruppierung der bundesweit 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst verlangen. Im nördlichsten Bundesland waren vor allem die Städte betroffen. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände forderte die Gewerkschaften auf, die Warnstreiks abzubrechen und in ernsthafte Verhandlungen einzusteigen.

In Kiel zogen etwa 400 Erzieherinnen durch die Innenstadt. Bei einer Kundgebung vor dem Sitz des Arbeitgeberverbandes machten sie lautstark ihrem Unmut Luft. „Die Verantwortung in unserem Beruf wächst ständig, aber die Bezahlung bleibt stehen - so geht das nicht“, sagte die GEW-Bundesvorsitzende Marlis Tepe. „Wir verdienen mehr“, riefen die Demonstranten.

Die Aufwertung der pädagogischen Arbeit mit Bildungsplänen, Sprachförderung, Kinderschutz, Inklusion und Integration von Flüchtlingskindern müsse sich auch in der Bezahlung niederschlagen, sagte Tepe. Mit mehreren Bussen fuhren Erzieherinnen aus dem Norden auch nach Hannover, um die dort stattfindenden Tarifverhandlungen zu begleiten. Sollte auch die vierte Runde ergebnislos bleiben, könnte es eine Urabstimmung über einen unbefristeten Streik geben.

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